Betriebsausgaben im Steuerrecht leicht erklärt + Beispiel

Was versteht man im steuerrechtlichen Sinne unter Betriebsausgaben?

Betriebsausgaben sind im Steuerrecht in § 4 Abs. 4 EStG als Aufwendungen definiert, welche durch den Betrieb veranlasst werden. Zu den Betriebsausgaben, welche den Aufwendungen im Handelsrecht entsprechen, zählen z.B.: Abschreibungen, Mieten, Löhne oder Energiekosten.

Die Betriebsausgaben werden stets von den Umsätzen abgezogen. Die sich daraus ergebende Differenz ist der zu versteuernde Gewinn. Betriebsausgaben sind aber nur für 3 Gewinneinkunftsarten (Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Einkünfte aus Gewerbebetrieb und Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit) relevant.

Im Gegensatz zum Handelsrecht, welches alle Aufwendungen als gleichwertig einstuft, wird im Steuerrecht eine Wertung der Betriebsausgaben vorgenommen. So können bestimmte Betriebsausgaben als nicht abzugsfähig oder als nur teilweise abzugsfähig eingestuft werden. Beispielsweise sind im Steuerrecht Bewirtungskosten auf 70 % beschränkt. Für Zinsen aus hinterzogenen Steuern gilt ein komplettes Abzugsverbot. Aufgrund dieser Wertung des Steuerrechts sind der handelsrechtliche und der steuerrechtliche Gewinn niemals identisch.

Hier ein Beispiel zur Veranschaulichung des Unterschieds zwischen handelsrechtlichem und steuerrechtlichem Gewinn:

Ein Unternehmen hat im Geschäftsjahr 100 € Umsätze erwirtschaftet und gleichzeitig Bewirtungskosten in der Höhe von 80 € angehäuft. Dies sind die einzigen 2 Posten in diesem Geschäftsjahr. Daraus ergibt sich ein handelsrechtlicher Gewinn vor Steuern von 20 € (100 € – 80 €). Der steuerrechtliche Gewinn beläuft sich hingegen auf 44 € (100 € – 56 €), da die Bewirtungskosten steuerrechtlich nur zu 70 % anerkannt werden (70 % von 80 € = 56 €).

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