BWL: Bezugsrecht auf Aktien leicht erklärt – Definition & Beispiel

Wenn während der Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft mehrheitlich eine Kapitalerhöhung beschlossen wird, wird eine bestimmte Anzahl neuer „junger“ Aktien auf den Börsenmarkt ausgegeben. Die Altaktionäre haben dabei bevorzugt die Möglichkeit, diese neuen Aktien zu ihrem bereits bestehenden Anlagenbestand hinzuzukaufen. Das bedeutet, sie haben das sogenannte Bezugsrecht, welches ihnen sozusagen ein Vorkaufsrecht auf die neuen Aktien einräumt. Das hat den Hintergrund, dass den Altaktionären die Chance eingeräumt werden soll, ihren bisherigen Anteil an der Unternehmung der Höhe nach beizubehalten. Je nachdem wie viele neue Aktien ausgegeben werden, könnten sich die Mehrheitsverhältnisse verschieben, wenn sehr viele neue Anleger in die AG investieren würden.
Das Bezugsrecht ist auch gesetzlich in dem § 186 AktG geregelt, was dessen Wichtigkeit noch einmal verdeutlicht. Es soll für den möglicherweise entstehenden Kursverlust entschädigen, denn schließlich verteilt sich der Anteil am Gewinn nach der Kapitalerhöhung auf mehr Aktien als zuvor.

Die Aktionäre haben aber auch die Möglichkeit, ihr Bezugsrecht an der Börse zu verkaufen. Dies kann von Vorteil für den Anleger sein, wenn er beispielsweise keinerlei Interesse an neuen Wertpapieren hat oder ihm für den Zukauf das nötige Kapital fehlt.

Folgende Eckdaten müssen bei der Inanspruchnahme des Bezugsrechtes geklärt sein:

1. Das Bezugsverhältnis
Welchen Wert haben die neuen Aktien im Gegensatz zu meinen alten Aktien?
Die Formel: Alter Aktienbestand / neuer junger Aktienbestand
Ein Beispiel: Für 5 alte Aktien kann der Aktionär eine neue Aktie erhalten
2. Der Bezugspreis
Welchen Kapitaleinsatz muss der Aktionär für eine neue Aktie vornehmen?
3. Bezugsfrist
Innerhalb welcher Frist kann der Aktionär sein Bezugsrecht in Anspruch nehmen?

Mit einer 3/4-Mehrheit in der Hauptversammlung ist es möglich das Bezugsrecht der Altaktionäre auszuschließen. Dies kommt immer dann zum tragen, wenn lediglich 10% des Grundkapitals als neue Aktien ausgegeben werden und der Preis an der Börse durch den Ausgabebetrag der Anteile nicht weit unterschritten wird.

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