BWL: Rückkauf von Aktien leicht erklärt – Definition & Beispiel

Jedem Unternehmen, welches Unternehmensanteile an der Börse handelt, hat das Recht darauf die eigenen Aktien zurückzukaufen. Um dies durchführen zu können, muss der Vorstand eigens von der Hauptversammlung zum Aktienrückkauf ermächtigt werden. Diese legt ebenfalls fest, wie hoch der Anteil des Grundkapitals sein darf, welchen das Unternehmen zurückkaufen wird, wobei gesetzlich nur ein Wiederkauf von bis zu zehn Prozent zulässig ist.

Nun ist es allerdings nicht so, dass das Unternehmen, wie jeder Aktionär es tun würde, seine zurückerworbenen Aktien verwahrt, sondern in den meisten Fällen vernichtet es die gekauften Wertpapiere. Das hat mehrere positive Auswirkungen auf den Aktienmarkt:

1. Dadurch, dass die Anzahl der Aktien sinkt, kann der Gewinn auch nur auf weniger Anteilen verteilt werden, sodass dieser automatisch steigt
2. Durch den steigenden Gewinn wächst auch die Dividende
3. Die hohen Dividenden locken neue Aktionäre, sodass die Nachfrage enorm ansteigt

Das Kapital, welches für den Aktienrückkauf verwendet wird, kann sicherlich auch anderweitig für lukrativere Investitionen ausgegeben werden. Meist ist es jedoch so, dass das Unternehmen einen hohen Geldüberschuss zu verzeichnen hat und sich durch Ermangelung von Investitionsangeboten, der Aktienrückkauf als profitabel erweist.

Ein Beispiel:

Die Mustermann AG kann 100.000 Stückaktien an der Börse vorweisen. Bisher haben sie jährlich einen konstanten Gewinn von 300.000 € erwirtschaftet. So konnte jeder Aktionär pro Aktie einen Gewinnanteil von 3 € erhalten, was einer Dividende von 1,50 € entspricht.
Nun kauft die Mustermann AG 10% ihrer eigenen Aktien zurück. Dies hat zur Folge, dass jetzt nur noch 90.000 Aktien im Umlauf sind. So erhöht sich der Gewinn für die Aktionäre auf 3,33 €, was einer Dividende von 1,66 € entspricht.

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