BWL: Was ist ein Lieferantenkredit? – Erklärung, Beispiel

Wenn der Lieferant Kunden welcher die Lieferung erhalten eine Rechnung mit einem Zahlungsziel stellt, beispielsweise 14 Tage 2 % Skonto, 30 Tage netto, spricht man von einem Lieferantenkredit. Wird Barzahlung vereinbart, handelt es sich um keinen Lieferantenkredit.

Es entstehen Kosten in Höhe des entgangenen Skontos, durch die Inanspruchnahme des Zahlungsziels über die Skontofrist. Es handelt sich bei einem solchen Kredit um eine sehr teure Finanzierungsvariante. Diese Kreditform wird als Warenkredit bezeichnet, welcher auf der Liefervereinbarung für Waren besteht.

Skonto Lieferantenkredit

Es ergibt sich eine Skontofrist wie auch ein Skontosatz durch die implizit enthaltene Zinsbelastung in der Zahlungsvereinbarung. Hierbei fällt der Zinssatz sehr hoch aus, deshalb sollte die Skontofrist stets eingehalten werden. Bei einem Verzicht auf die Skontonutzung spiegelt der Zinssatz die Kosten wider.

Kosten des Lieferantenkredits

Lieferantenkredit – Beispiel

Die GmbH erhält eine Lieferung im Wert von 100.000 Euro netto zum 1 Januar 2011. Die Rechnung, die gleich datiert ist, beläuft sich aus 119.000 Euro. Die Umsatzsteuer ist mit 19 % ausgewiesen. Bei Zahlung des Rechnungsbetrags innerhalb von 14 Tagen (Skontofrist) 2 % Skonto (Skontosatz), bei Zahlung innerhalb von 30 Tagen netto (ohne Abzug) wird als Zahlungsziel angegeben. Wenn die Zahlung erst zwischen dem 15. und dem 30. Tag nach Rechnungsstellung erfolgt, werden Zinsaufwendungen entstehen.

Formel Skonto Lieferantenkredit

Der Zinssatz

(Skontosatz × 360 Tage) / (Zahlungsziel in Tagen – Skontofrist in Tagen) = (2 % × 360 Tage) / (30 Tage – 14 Tage) = 45 %.
Das Unternehmen muss nur 116.000 Euro überweisen, wenn es innerhalb der Frist zahlt. Wird erst am Ende der Fälligkeit, also nach 30 Tagen gezahlt, ist die volle Summe fällig. Es ergibt sich eine Differenz in Höhe von 2.380 Euro, die die Kosten des Verzichts auf die Nutzung darstellt. Der Zinssatz beträgt bei einem Skontosatz von 3 % im Fallbeispiel 67,5 %.

Vorteile und Nachteile – Lieferantenkredits

Vorteile

Die Gewährung erfolgt oft, ohne Prüfung der Liquidität seitens des Lieferanten. Sicherheiten sind nicht zu stellen, mit Ausnahme von Eigentumsvorbehalten.

Nachteile

Die sehr hohen Kosten sind als nachteilig anzusehen.

Ausweis eines Lieferantenkredits in der Bilanz

Der Ausweis erfolgt in dem Bilanzposten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gemäß § 266 Abs. 3 C. 4. HGB. Der Ausweis kann auch erfolgen, wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen. So kann er als Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen nach § 266 Abs. 3 C. 6. HGB erfolgen oder auch als Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Verhältnis besteht.

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