BWL: Was ist ein Lohmann-Ruchti-Effekt? – Definition, Beispiel

Ein Lohmann-Ruchti-Effekt bezeichnet einen Kapazitätserweiterungseffekt, wenn diese aus den Abschreibungen gewonnene wurden und in neue Investitionsgüter wieder reinvestiert werden.

Ein Lohmann-Ruchti-Effekt beschreibt also einen speziellen Effekt von Finanzierungen aus Abschreibungen.

Ein Kapazitätserweiterungseffekt lässt sich also mit einer Formel, der Kapazitätserweiterungsfaktor-Formel, berechnen.

Der Unterschied zur einerKapitalfreisetzung

Diese werden über die Produktverkäufe eines Unternehmens, durch die Einrechnung von Abschreibungen als ein Kostenbestandteil in variable Verkaufspreise, erzielten finanziellen Mitteln die nicht für einige Neuinvestitionen genutzt werden, liegt dann nur lediglich eine sogenannte Kapitalfreisetzung vor.

Der Lohmann-Ruchti-Effekt:

Im einem Jahr X beginnt ein Unternehmen mit seinen 10 PKW. Abschreibungen für diese 10 PKW mit ihren Anschaffungskosten zu 50.000 Euro betragen bei einer 4-jährigen Nutzungsdauer jeweils rund 12.500 Euro je einem PKW, d.h. in einer Summe für die 10 PKW gesamt 125.000 Euro.

Das nun freigesetzte Kapital kann nun in 2, zusätzliche PKW im Wert von jeweils 50.000 Euro, gesamt wäre das eine Summe von 100.000 Euro. Nun müssen 25.000 Euro vorgetragen werden, da dieser Betrag nicht mehr ausreicht, noch einen weiteren PKW zu kaufen.

Ein Jahr später beginnt das genannte Unternehmen somit mit rund 12 PKW. Die Abschreibungen im gleichen Jahr betragen nun (12 × 12.500 Euro = 150.000 Euro). Des weiteren sind immer noch 25.000 Euro aus dem Jahr übrig. In einer Summe stünden nun also rund 175.000 Euro zur Disposition, davon könnten wiederum 3 PKW für 150.000 Euro gekauft werden.

Für die folgenden Jahre setzt sich eine Kapazitätserweiterung fort. Allerdings muss dann in 4 Jahren nach Abschluss berücksichtigt werden, dass diese Autos am Ende der 4-jährigen Nutzungsdauer dann den Unternehmen Bestand verlassen werden. Dadurch reduziert sich wieder der PKW-Bestand, weswegen der Lohmann-Ruchti-Effekt eine gewisse Begrenzung findet.

Einen Kapazitätserweiterungseffekt richtig berechnen

Ein Kapazitätserweiterungsfaktor einen Ausmaß von der Kapazitätserweiterung an.
Diese Formel für einen Kapazitätserweiterungsfaktor bei einer linearen Abschreibung lautet nun 2 × [Nutzungsdauer] und (Nutzungsdauer + 1)]

Eine Kritik an dem Lohmann-Ruchti-Effekt

Bei der Kritik an dem Lohmann-Ruchti-Effekt kann folgendes genannt werden:

  • – ein Abschreibungsverlauf entspricht somit nicht unbedingt einem tatsächlichen Werteverzehr, insbesonders wenn man eine steuerrechtliche Nutzungsdauer und die Abschreibungsmethoden zugrunde legt.
  • – Eine Kapazitätserweiterung ist nur sinnvoll, wenn zusätzliche Kapazitäten auch wirklich benötigt werden bzw. daraus resultierende Produkte.
  • – eine bestimmte erweiterte Kapazität geht oft auch mit steigenden Kapitalbindungen in ein Umlaufvermögen sowie zusätzliche Kosten einher. Dies wird normalerweise nicht berücksichtigt.
  • – einige Kostensteigerungen, also eine Inflation, von den Investitionen werden in einem Grundmodell nicht berücksichtigt, einige Wiederbeschaffungskosten werden dann konstant angenommen.
  • – bei einem Investitionsobjekt welchesTeil einer größeren Einheit ist, müssten auch diese vor- sowie nachgelagerten Fertigungsstufen erweitert werden.

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