BWL: Was ist ein Schuldscheindarlehen? – Erklärung, Beispiel

Es handelt sich bei Schuldscheindarlehen um sehr große Kredite, welche von sogenannten Kreditsammlern, wie Pensionskassen, Versicherungen oder Kreditinstitute gegeben werden.
Es kommen große Kreditinstitute und große Unternehmen als Kreditnehmer infrage.

Schuldscheindarlehen – Merkmale

Die direkte Vertragsbeziehung

Mittels eines Kreditvertrages erfolgt zwischen den Parteien die Darlehensgewährung. Ein Handel über die Börse findet nicht statt. Über Finanzmakler oder Kreditinstitute erfolgt die Vermittlung der Vertragsbeziehungen. Nur in Ausnahmefällen gibt es eine direkte Verbindung zwischen Geber und Nehmer.

Die Tilgung

Alle Tilgungen sind fixiert, vorzeitige Ablösungen oder auch Sonderzahlungen sind nicht vorgesehen. Vorgesehen sein können die Tilgung in gleichen Raten, die annuitätische Tilgung und die endfällige Tilgung am Ende der Laufzeit. Diese Art wird sehr oft durch die Grundschuld besichert.

Vorteile/Nachteile – Schuldscheindarlehen

Vorteile

Eine Nutzung von emissionsfähigen Unternehmen als Mittel der Finanzierung ist bei einem Schuldscheindarlehen nicht möglich. Weit unter dem von Anleihen liegt das Mindestemissionsvolumen. Auch sind die einmaligen Kosten für die Vermittlerprovision gegenüber Anleihen viel geringer. Es wird nur 1 – 2 %des Darlehens veranschlagt.

Nachteile

Weil Schuldscheindarlehen nicht kurzfristig am Markt veräußert werden können, liegt der Zinssatz regelmäßig 0,25 % bis 0,5 % über dem Anleihezinssatz. Weiterhin ist es nicht möglich, regelmäßig zu kündigen.

Der Schuldschein

Bei einem Schuldschein handelt es sich in der Regel immer um eine Beweisurkunde. Der Schuldschein dient als urkundlicher Beweis für das Bestehen der Forderung des Gebers und ist vom Schuldner zu unterzeichnen. Nicht zwingend notwendig ist die Angabe des Schuldgrundes. Als Wertpapier ist der Schuldschein nicht zu anzusehen, da keine Verbriefung erfolgt. Ein Schuldschein ist auch nicht börsenfähig.

Bilanzierung – Schuldscheindarlehen

Die Bilanzierung beim Darlehensnehmer

Ausgewiesen werden die Schuldscheindarlehen beim Emittenten in der Regel im Bilanzposten sonstige Verbindlichkeiten gemäß § 266 Abs. 3 C. 8. HGB. Sind sie im Bilanzposten Verbindlichkeiten gegenüber Banken gemäß § 266 Abs. 3 C. 2. HGB ausgewiesen, wurden Sie von Banken ausgereicht worden.

Wenn der erhaltene Ausgabebetrag unter dem Rückzahlungsbetrag liegt, kann das Disagio nach Aktivierungswahlrecht des § 250 Abs. 3 HGB, als Rechnungsabgrenzungsposten aktiviert werden. Er kann aber auch als Aufwand verbucht werden. Erfolgt eine Aktivierung, muss eine Auflösung über die Laufzeit des Schuldscheindarlehens erfolgen.

Die Bilanzierung beim Darlehensgeber

Der Geber bilanziert analog zum Nennwert. Der Ausweis erfolgt aufgrund des langfristigen Charakters innerhalb der Finanzanlagen unter sonstige Ausgaben laut § 266 Abs. 2 A.III.6 HGB. Besteht ein Beteiligungsverhältnis beim Darlehensnehmer oder es geht um verbundene Unternehmen, erfolgt der Ausweis vorrangig unter dem Bilanzposten Ausleihungen an verbundene Unternehmen.

Wenn der Ausgabebetrag unter dem Nennwert liegt, muss eine ertragswirksame Vereinnahmung des Disagios über die Laufzeit des Schuldscheindarlehens erfolgen.

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