BWL: Was ist eine nominelle Kapitalerhöhung? – Erklärung, Beispiel

Ein börsennotiertes Unternehmen hat neben der Kapitalerhöhung, welche aus unternehmensfremden Mitteln, die von außen kommen, bestritten wird, ebenso die Möglichkeit, eine Erhöhung mit Hilfe von eigenen Gesellschaftsmitteln vorzunehmen. Dabei greift man zurück auf verfügbare Rücklagen, die zum Beispiel aus einem Gewinnüberschuss resultieren und wandelt diese ganz einfach in Grundkapital um. So werden sogenannte Berichtigungsaktien an die Anleger gratis ausgegeben. Dies hat keinerlei Auswirkung auf die tatsächliche Höhe des Gesellschaftsanteils der Aktionäre. Denn es findet lediglich eine reine Kapitalverschiebung statt.

Die Gründe für die Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln

1. Die Veränderungen des Kapitalbestandes haben vor allem einen großen Effekt auf den Aktienkurs, denn durch die Ausgabe „zusätzlicher“ Wertpapiere, sinkt dieser stetig und die Aktien erscheinen günstiger
2. Die Erhöhung des Grundkapital erhöht die Kreditwürdigkeit des Unternehmens, da es nun über mehr gebundenes Kapital verfügt und somit über größere Sicherheiten
3. Durch mehr Grundkapital kann die AG flexibler handeln und leichter Selbstfinanzierungen vornehmen – sie ist also unabhängiger und nicht an Weisungen von Banken und anderen fremden Geldgebern gebunden.

Ein Beispiel:

Die Mustermann-AG hat vor eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln vorzunehmen. Derzeit befindet sich bei Ihnen ein Betrag von 500.000 Euro in der Kapitalrücklage, sowie ein Wert von 1 Millionen Euro beim Eigenkapital. Das Unternehmen gibt nun die 500.000 Euro als Stückaktien zu je 1€ aus, die durch das Bezugsrecht an die Altaktionäre gehen. Dadurch erhöht sich das Eigenkapital automatisch auf 1,5 Millionen Euro und die Kapitalrücklage hat sich aufgelöst.

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