BWL: Was ist Leasing? – Erklärung, Beispiel, Vor- & Nachteile

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Der Geber überlässt beim Leasing als sogenannter rechtlicher Eigentümer dem Nehmer die Nutzung des Vermögensgegenstandes. Diesen bezeichnet man als Leasingobjekt. Das Leasingobjekt wird für einen vereinbarten Zeitraum gegen Zahlung von Raten überlassen.

Es wird kein zivilrechtliches Eigentum am Leasingobjekt durch den Leasingnehmer erworben. Das Recht auf Nutzung steht für den Leasingnehmer im Vordergrund. Wie auch das Factoring fällt Leasing unter die Kreditsubstitute. Kreditsubstitute werden anstelle eines normalen Bankkredits als Möglichkeit für eine Finanzierung genutzt werden.

Die Leasing-Finanzierung wird in direktes und indirektes Leasing unterschieden. Beim direkten Leasing vom Hersteller geht es darum, dass beispielsweise ein Autohersteller nur Fahrzeuge vom Konzern anbietet. Beim indirekten Leasing von Leasinggesellschaften hingegen, werden Automarken verleast.

Eignung – Leasing

Vermögensgegenstände, die langfristig und selbstständig verwendbar sowie verwertbar sind, eignen sich bestens für eine Finanzierung durch Leasing. Zu den Vermögensgegenständen zählen beispielsweise Computer, Software, Maschinen, Anlagevermögen, Immobilien und Kraftfahrzeuge.

Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens beispielsweise Vorräte eignen sich nicht für das Leasing. Nicht geeignet sind auch die Vermögensgegenstände, die durch die Verbindung mit Grund und Boden oder durch Einbau bzw. Umbau ihre Selbstständigkeit verlieren.

Die Vor- und Nachteile Leasing

Die Vorteile

Als Vorteil angesehen ist die Tatsache, dass keine Notwendigkeit für die Stellung von Sicherheiten, keine Bindung von liquiden Mitteln und keine Nutzung der Kreditlinie besteht. Positiv zu bewerten ist natürlich auch die steuerliche Absetzbarkeit der Leasingraten. Das gilt durchaus auch für die Zinsabschreibung im Falle einer Finanzierung und für die Abschreibungen im Falle eines Kaufes.

Das Leasing ermöglicht die Nutzung des momentanen Standes der vorhandenen Technik, so können die Leasingnehmer nach drei Jahren einen neuen Computer oder ein Kraftfahrzeug nutzen. Durch eine Leasingfinanzierung verbessern sich zahlreiche Kennzahlen wie Eigenkapitalquote und die Finanzierungsregeln. Eine Verbesserung der Kapitalstruktur und der Bilanzstruktur ist deutlich erkennbar.

Die Nachteile

Leasing weist eine sehr geringe Flexibilität während der gesamten Laufzeit auf. Das Objekt kann nicht ausgetauscht, weiterhin ist der Leasingnehmer fest an die Laufzeit gebunden. Die die Leasingraten ergeben sich laufende Liquiditätsbelastungen. Grundsätzlich entstehen immer höhere Kosten, weil beispielsweise ein Kraftfahrzeug in der teuren Phase genutzt wird, also in den ersten drei Jahren.

Die Nutzung ist mit hohen Wertverlusten verbunden. Ein weiterer Nachteil ist die Deckung der Verwaltungskosten und der Gewinn der Gesellschaft durch die festgesetzten Raten. Durch die zu leistenden Raten verringert sich der Cashflow.

Der Ausweis in der Bilanz

In der Bilanz des Leasingnehmers erfolgt der Ausweis nur, wenn das Objekt durch den Leasingnehmer nach den steuerlichen Erlassen als wirtschaftliche Eigentümer aktivieren muss. Der Leasingnehmer verbucht alle Leasingraten unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen. In der Regel aber hat der Geber das Objekt in seiner Bilanz.

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