BWL: Was sind echte und unechte Gemeinkosten? – Definition, Beispiel

Es gibt echte Gemeinkosten, die nicht direkt anrechenbar sind. Es gibt aber auch Gemeinkosten, welche durchaus anrechenbar wären, aber aus Praktikabilitäts- und Wirtschaftlichkeitsgründen nicht angerechnet werden. Diese Gemeinkosten werden als unechte Gemeinkosten bezeichnet.

Unechte Gemeinkosten sind oft Kleinteile. Bei diesen ist eine genaue Erfassung und direkte Anrechnung des Verbrauchs viel zu aufwendig. Unechte Gemeinkosten lassen sich aber auch wie echte Gemeinkosten mithilfe von Schlüsseln auf Kostenträger anrechnen.

Als Beispiel für unechte Gemeinkosten eignen sich Nägel in einer Schreinerei. Es werden dort beispielsweise Schrankrückwände montiert. Kein Schreiner wird mitzählen, wie viel Nägel er genau verwendet, da dies zu aufwendig und auch umständlich ist. Aufgrund Dessen werden diese Nägel nicht als Einzelkosten, sondern als unechte Gemeinkosten erfasst.

Ein weiteres Beispiel ist der Stromverbrauch einer Produktionsmaschine. Wenn ein Produkt auf einer Maschine eine gewisse Zeit bearbeitet wird, könnte der Stromverbrauch genau gemessen und diese Kosten direkt zugerechnet werden. Da aufgrund von Kosten und Aufwand nicht an jeder Maschine ein Stromzähler vorhanden ist, wird dies aber nicht gemacht. Der Stromverbrauch wird meistens als unechte Gemeinkosten verrechnet.

Es liegt aber beim Unternehmen, ob Kosten als Einzelkosten oder als unechte Gemeinkosten angerechnet werden. Bei einem Kopierer könnten die Kosten als Einzelkosten, die als Kostenstelleneinzelkosten verrechnet werden, behandelt werden. Die Mitarbeiter müssten sich dann allerdings vor jedem Kopieren mit ihrem Namen oder der Kostenstelle anmelden. Da die meist zu aufwendig oder nicht möglich ist, werden diese Kosten als unechte Gemeinkosten behandelt. Eine direkte Zuweisung dieser Kosten findet dann nicht statt.

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