BWL: Was sind Genussscheine bzw. Genussrechte? – Definition & Beispiel

Genussscheine beinhalten normalerweise

– einen sogenannten Rückzahlungsanspruch in einer Höhe vom eigentlichen Nominalwert
– unter Umständen auch eine indirekte Teilhabe vom Gewinn des gewählten Unternehmens.

Beispielsweise 5 % Erfolgsbeteiligung vom gesamten Gewinn.

In der Regel liegen die Laufzeiten für Genussscheine bei über fünf Jahren.
Insofern stellen Genussscheine eine sogenannte Form einer Mezzanine-Finanzierung dar. Demgegenüber sind die Eigenschaften von Anleihen, Rückzahlungsansprüche, keine Stimmrechte.
Achtung, für eine Gewährung von einigen Genussrechten ist ein Beschluss von der Hauptversammlung mit 75% Mehrheit erforderlich.

Einige alternative Begriffe für: Genusskapital bzw. Genussrechtskapital.

Die Erfolgsbeteiligung von Genussscheinen

In der Erfolgsbeteiligung von Genussscheinen ist auch normalerweise eine Verlustbeteiligung mit inbegriffen, welche beim Rückzahlungsanspruch abgezogen wird. Durch erfolgte spätere Gewinne können Rückzahlungsansprüche wieder aufgefüllt werden.
Eine Höhe einer Verzinsung kann beispielsweise in einer Abhängigkeit vom Erreichen von definierten Unternehmenskennziffern festgelegt werden. Dabei ist oftmals ein fester Zins X vereinbart, welcher jedoch nur dann geleistet werden muss, wenn das Unternehmen im jeweiligen Geschäftsjahr einen bestimmten Gewinn erzielt hat.

Die Nachrangigkeit von den Genussscheinen

Falls eine Insolvenz besteht, könnten die nachrangigen Ansprüche von den Genussscheininhabern auf eine Rückzahlung erst nach einer vollständigen Befriedigung von allen anderen Gläubigern geltend gemacht werden. Dies bedeutet wiederum, dass Genussscheine im Rang der Verbindlichkeiten hinter anderen Verbindlichkeiten zurück stehen.

Die Bilanzierung des Genussrechtskapitals

Eine Bilanzierung von den Genussscheinen als ein Fremdkapital oder nur als Eigenkapital hängt von den Konditionen welche für die Genussscheine festgelegt sind.

Die Genussscheine als Fremdkapital

Bei einer Ausgabe von Genussscheinen entstehen Verbindlichkeiten gegenüber den Zeichnern von den Genussscheinen, welche in einer Handelsbilanz im Bilanzposten ausgewiesen sind. Aber es kann alternativ dazu ein eigener Posten bei den Verbindlichkeiten gebildet werden.

Die Genussrechte als Eigenkapital

Bei einigen Umständen kann jedoch ein Ausweis vom Genussrechtskapital vom Eigenkapital in Betracht kommen.

Kriterien für die Behandlung von Genussrechten in einen Jahresabschluss:

  • – die Langfristigkeit einer Kapitalüberlassung
  • – eine Nachrangigkeit des Genussrechtskapitals bei einer Insolvenz oder Liquidationsausfall
  • – eine Erfolgsabhängigkeit einer Vergütung
  • – eine Verlustteilnahme eines Genussrechtskapitals bis zu ihrer vollen Höhe.

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