BWL: Was sind kalkulatorische Zinsen? – Berechnung, Beispiel

Kalkulatorische Zinsen, auch kalkulatorischer Zins, kalkulatorische Verzinsung oder kalkulatorische Zinskosten genannt, werden hauptsächlich für das verwendete Eigenkapital angesetzt. Um den Zinssatz festzulegen, kann entweder der gleiche Zinssatz wie für Fremdkapital genommen werden oder es wird die Höhe der geforderten Eigenkapitalrendite herangezogen. Die Eigenkapitalrendite ist meist höher.

Damit die kalkulatorischen Zinsen ermittelt werden können, wird meistens der Marktzins des betriebsnotwendigen Kapitals verwendet. Das betriebsnotwendige Kapital kann beispielsweise so berechnet werden:

100000 (Betriebsnotwendiges Anlagevermögen)
+ 150000 (Betriebsnotwendiges Umlaufvermögen)
= 250000 (Betriebsnotwendiges Vermögen)
– 50000 (Abzugskapital)
= 200000 (Betriebsnotwendiges Kapital)

Das betriebsnotwendige Vermögen ist das Vermögen, welches für Herstellung und Vermarktung der Erzeugnisse aufgewendet werden muss. Diese Vermögen wird also zur betrieblichen Leistungserstellung eingesetzt. Nicht betriebsnotwendig sind dagegen Anlagevermögen wie Immobilien, die zu spekulativen Zwecken oder einfach zur Wertanlage gekauft wurden.

Es gehören außerdem stillgelegte Fabriken und die Wertpapiere des Umlaufvermögens dazu. Der Verkauf und die Produktion erfordern keine Wertpapiere und Immobilienanlagen, da sie nicht betriebsnotwendig sind.

Abzugskapital sind zinslose Lieferantenkredite und Kundenanzahlungen. Für diese Posten müssen keine Zinsen bezahlt werden, sodass sie aus der Basis für die Berechnung der kalkulatorischen Zinsen herausfallen.

Wenn der Zinssatz am Markt üblicherweise 5 % beträgt, so ist dieser für die kalkulatorischen Zinsen anzuwenden.

Es ergibt sich für das obige Beispiel: 0,05 x 200000 € = 10000 €.

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