BWL: Was sind Materialgemeinkosten? – Definition, Beispiel

Materialgemeinkosten werden mit MGK abgekürzt. Es sind Gemeinkosten, die zusammenhängend mit dem Material anfallen. Gemeinkosten lassen sich einem Produkt nicht direkt zurechnen. Materialgemeinkosten können über Materialgemeinkostenzuschlagssätze auf die Produkte angerechnet werden. Beispiele sind die Personalkosten der Abteilung „Einkauf“ und die Kosten für den Raum des Rohwarenlagers. Nach § 255 Abs. 2 Satz 2 des Handelsgesetzbuchs sind ein angemessener Teil dieser Materialgemeinkosten in die Bilanz einzubeziehen. Dies erfolgt zwingend bei der Berechnung der Herstellungskosten zur Bewertung der fertigen Erzeugnisse.

Beispiele für Materialgemeinkosten sind Mitarbeitergehälter des Wareneingangslagers, Einkaufsabteilung und Wareneingangskontrolle. Andere Materialgemeinkosten sind die Miete und Abschreibungen der jeweiligen Räume und Einrichtungen dieser Abteilungen.

Mit einem Rechenbeispiel sollen die Materialgemeinkosten verdeutlicht werden:

Ein Unternehmen hat nur einen Einkäufer. Pro Jahr fallen für diesen Einkäufer 60000 € Personalkosten und 40000 € für Möbel, Computer, Miete und Abschreibungen an. Verbucht wird dies alles über die Kostenstelle „Einkauf“, sodass sich ein Betrag von 100000 € ergibt. Wenn der Einkäufer im Jahr für 2 Mio. € Rohmaterial einkauft, lassen sich die 100000 € auf diese Kosten umschlagen. 100000 € sind 5 % von 2 Mio. €.

Der Materialgemeinkostenzuschlagssatz beträgt also 5 %. Wenn nun für ein Produkt Material zum Preis von 1000 € (dieser Betrag wird als Materialeinzelkosten bezeichnet) eingekauft werden, ergeben sich 50 € als Materialgemeinkosten. Für die Materialkosten ergeben sich dann 1050 €.

Meist werden die Materialgemeinkosten über die Materialgemeinkostenzuschlagssätze auf die Produkte aufgeschlagen.

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