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Was sind Verwaltungsgemeinkosten? – Definition, Beispiel

Wobei handelt es sich bei den sogenannten Verwaltungsgemeinkosten?

Wer ein eigenes Unternehmen führt, stößt früher oder später auf komplexen Sprachgebrauch und weiß nicht immer genau, wie er bestimmte Kosten beziffern kann. Zu solchen Kosten zählen auch die sogenannten Verwaltungsgemeinkosten. Sie treten nicht auf, wenn Gewinne oder Verluste gemacht oder Geschäfte umgesetzt werden. Stattdessen stehen die Verwaltungsgemeinkosten allgemein grob zusammengefasst für die laufenden Betriebskosten, die letztlich erst die Wirtschaftlichkeit einer Firma gewährleisten. Zu diesen bestimmten Kosten zählt an erster Stelle die Miete der Büroräume der Verwaltung sowie alles, was den gesamten Verwaltungsapparat umfasst. Je nach Größe des Unternehmens können hier hohe Summen mit einfließen.

Auch im Marketing fallen Kosten an, die zu den Verwaltungsgemeinkosten gezählt werden

Auch Mietkosten, die durch Lagerräume der Verwaltung entstehen, können insgesamt in die Verwaltungsgemeinkosten einfließen. Weiterhin fließen in die Verwaltungsgemeinkosten möglicherweise auch Ausgaben ein, die das Marketing umfassen. Sollen neue Flyer erstellt werden oder Gewinnspiele mehr Kunden anziehen, müssen hierfür Gelder genutzt werden, die zunächst keinerlei Gewinne erwirtschaften und das Budget der Firma betreffen. Ganz gleich ob Broschüre, Werbebanner oder Messestand, Internet-Promotion oder SEO-Anpassung, all diese Marketinglösungen fließen letztlich ebenfalls in die Verwaltungsgemeinkosten eines Betriebs mit ein. Hinzu kommen weitere Kosten, die den Ablauf der Firma betreffen, wie etwa die Gehälter der einzelnen Mitarbeiter in der Verwaltung. Dabei spielt es keine Rolle, welche Position diese belegen, denn sämtliche Gehälter aus der Verwaltung werden hierzu gezählt. Strom, Wasser oder Gas sind Nebenkosten, die wie bei einer herkömmlichen Mietwohnung anfallen, aber auch im Unternehmen zur Erhöhung von Kosten beitragen können.

Weiterführende Verwaltungsgemeinkosten, die beispielsweise aus dem Vertrieb einer Firma stammen können

Sowohl Fabriken als auch Büroräume besitzen diese Nebenkosten, die im Betrieb der Verwaltung anfallen und als Verwaltungsgemeinkosten zusammengefasst werden. Erhöht werden die Verwaltungsgemeinkosten durch Arbeitsmaterialien aller Art. Im Büro betrifft dies Schreibmaterial wie Stifte oder Blätter, Computer und Drucker, Sitzmöbel vom Schreibtisch bis zum Bürostuhl, Kommoden und Aktenordner oder sogar Wasserspender. Auch der Vertrieb einer Firma besitzt Ausgaben, die in die Verwaltungsgemeinkosten zusammengefasst werden. Der Vertrieb kann dabei etwas dafür Sorge tragen, den Transport der Ware zu steuern oder Produkte gezielt an Verkaufsorte zu befördern. Zwar generiert dieser Vorgang zunächst noch keinerlei Umsätze, doch ist er erforderlich, damit langfristig Gewinne überhaupt erst erzielt werden können. Diese Schritte des Betriebs innerhalb der Verwaltung strömen daher ebenfalls direkt in die Verwaltungsgemeinkosten.

Was sind Verwaltungsgemeinkosten genau? Ein Überblick:

Einfach ausgedrückt entstehen die Verwaltungsgemeinkosten im gesamten Bereich eines Unternehmens im Segment der Verwaltung. Sie umfassen alle mit der Verwaltung der Firma verbundenen Abläufe, von der Auszahlung der Gehälter über das Marketing, der Abrechnung von Mietkosten bis hin zum Betrieb. Wichtig für die Definition der Kosten: Die Verwaltungsgemeinkosten lassen sich keinem Kostenträger direkt zuordnen. Zu den Verwaltungsgemeinkosten zählen ebenfalls laufende Kosten, wie die Miete und die Gehälter der Mitarbeiter. Es lässt sich auch sagen, dass unter den Verwaltungsgemeinkosten sogenannte Ressourcen fallen, die zum wirtschaftlichen Prozess und Ablauf der Firma unerlässlich sind und ohne die eine Produktion nicht fortfahren könnte.

Primär- und Sekundärkosten in der Kostenstellenrechnung bei Verwaltungsgemeinkosten

Mithilfe der Kostenstellenrechnung lassen sich die sogenannten Gemeinkosten eines Betriebs genau prüfen. Zu ihr zählen die Kostenstellen. Aufgeteilt werden sie in Primärkosten sowie Sekundärkosten. Erste Kosten fallen in Firmen dann an, wenn externe Leistungen ausgeführt werden. Beispielsweise kommt es zu Ausgaben, wenn der Vertrieb Fahrer bestimmen muss, die mit ihren Transporthilfen Waren von A nach B befördern sollen. Ebenfalls kommt es zu Primärkosten, wenn erworbene Leistungen bezahlt werden, etwa dann, wenn essenzielle Grundlagen zur Herstellung eigener Produkte von außerhalb gekauft werden. Dadurch setzen sich weitere, externe Kostenpunkte zusammen. Unter den Sekundärkosten verstehen Experten die Kosten, die innerhalb der Firma auftreten. Dazu zählen alle Bereiche von Mietkosten bis hin zu Büromaterialien und alles, was in den generellen Verwaltungsgemeinkosten steckt.

Die Kostenträgerrechnung der Verwaltungsgemeinkosten und die Kostenträger: Was gilt es hier alles genau zu beachten?

Innerhalb der Kostenträgerrechnung werden die Verwaltungsgemeinkosten verursachungsgerecht auf die jeweiligen Kostenträger umgelegt. Hierbei bilden Anwender einen Verwaltungsgemeinkostenzuschlagssatz. Die Selbstkosten des Kostenträgers setzen sich dabei aus der Summe von Herstellungskosten sowie Vertriebsgemeinkosten zusammen. Bilanziert werden die Verwaltungsgemeinkosten von Unternehmen nach § 255 Absatz 2 Satz 3 HGB. Zusätzlich dazu existieren aber auch noch „Unechte Verwaltungsgemeinkosten“. Sie kommen dann zustande, wenn die Kosten den Kostenträgern nicht zugewiesen werden. Dies kann beispielsweise wirtschaftliche Ursachen haben.

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am: 30. Juni 2022 von Anatoli Bauer

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