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Dekommodifizierung – Bedeutung, Synonyme & Beispiele

  • by Anatoli Bauer
Dekommodifizierung - Bedeutung, Synonyme & Beispiele

Im Alltag und der Politik wird man des Öfteren mit der Dekommodifizierung konfrontiert. Was nach einem Fremdwort mit einer komplizierten Bedeutung klingt, hat jedoch besonders für den Alltag vieler Menschen einen doch sehr relevanten Hintergrund. Doch was genau steckt hinter dem Begriff der Dekommodifizierung?

Herkunft des Wortes

Die Dekommodifizierung leitet sich von dem Wort Kommodifizierung ab, welches ebenfalls eine Ableitung von der Derivation ist.
Derivation leitet sich dabei vom Lateinischen ab und bedeutet so viel wie Umleitung.
Ebenfalls kann sich die Dekommodifizierung vom Englischen herleiten lassen. „“Commodity“ steht dabei zu Deutsch für die Ware sowie den Ertrag.

Bedeutung von Dekommodifizierung

Die Kommodifizierung beschreibt dabei die Tatsache, dass jeder Mensch seine Arbeitskraft als eine Art Ware auf dem Arbeitsmarkt anbietet und den Arbeitgebern zur Verfügung stellt. Die Dekommodifizierung jedoch bedeutet, dass die Arbeitskraft eines Menschen nicht zwangsläufig über dessen soziale Absicherung entscheidet.
Während früher Menschen, die ihre Arbeitskraft infolge von Krankheit oder auch fehlender Bildung, nicht zur Sicherung des Lebensunterhaltes nutzen konnten und demnach vor dem sozialen Ruin standen, sind die Absicherungen heutzutage trotz fehlender Arbeitskraft deutlich besser.

Hierunter fällt dann beispielsweise die Zahlung von der gesetzlichen Rente, die Arbeitnehmer entlohnt, wenn diese ihre Arbeitskraft aufgrund ihres Alters nicht mehr zur Verfügung stellen können. Ebenfalls gibt es auch im Falle von Krankheit die Absicherung über die vorübergehende Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers. Das bedeutet Arbeitnehmer, die vorerst aufgrund einer Erkrankung ausfallen, erhalten dennoch weiter über ihren Arbeitgeber Lohn gezahlt.
Nachdem die Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers endet, springt dann automatisch die Krankenkasse ein, um den weiteren Lohnausfall zu übernehmen. All dies wäre früher nicht denkbar gewesen.

Demnach steckt hinter der Dekommodifizierung ein durchaus positiver Wert. Nämlich, dass die soziale Sicherheit jedes Einzelnen abgesichert ist, obwohl eine Person ihre Arbeitskraft nicht zur Verfügung stellen kann.
Sie erhält notfalls Sozialleistungen, die den mindesten Lebensunterhalt absichern und bereitstellen.

Der Grad der Dekommodifizierung kann jedoch unterschiedlich ausfallen. Viele Länder haben keine Möglichkeiten eine großartige und gute soziale Absicherung zu gewährleisten. Demnach ist die Dekommodifizierung in diesen Fällen nur sehr schwach ausgeprägt.
In Ländern, in denen es auch für Menschen, die keiner Tätigkeit nachgehen eine soziale Absicherung geboten werden kann, dies beispielsweise aus Steuern, ist die Dekommodifizierung besonders gut ausgeprägt und vorhanden.

Synonyme für Dekommodifizierung

Die Dekommodifizierung an sich wird ebenfalls als Grundabsicherung beschrieben. Auch kommt es in Frage dieses Modell als „soziale Sicherheit“ sowie Lebensgarantie zu bezeichnen.
Im Grunde genommen kann die Dekommodifizierung mit allen Bezeichnungen beschrieben werden, die eine soziale Absicherung für das Leben darstellen.

Beispiele

Ein Arbeitnehmer ist erkrankt und fällt drei Wochen mit seiner Arbeitskraft aus.

In diesem Fall ist die Dekommodifizierung vorhanden, da der Arbeitgeber der Lohnfortzahlungspflicht unterliegt. Hierbei handelt es sich um die Tatsache, dass ein Arbeitgeber vorübergehend dazu verpflichtet ist, den Lohn weiter zu zahlen, wenn der eigene Arbeitnehmer erkrankt.

Aufgrund eines Unfalls ist eine Person auf lange Sicht nicht mehr am Arbeitsmarkt einsetzbar.

Hierbei besteht die Dekommodifizierung zu einem besonders hohen Grad, da hier die soziale Absicherung über eine lange Dauer gewährleistet werden kann. Arbeitnehmer, die dauerhaft keine Arbeitskraft zur Verfügung stellen können, erhalten eine Grundabsicherung, die das Minimum für das Leben darstellt und somit das tatsächliche Überleben sichert.

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