Eigenverbrauch in VWL leicht erklärt + Beispiel

Definition

In der Wirtschaft wird von einem sogenannten Eigenverbrauch gesprochen, wenn das Unternehmen bestimmte Güter des eigenen Unternehmens für eigene, private Zwecke nutzt.

Beispiel: Das Unternehmen stellt Kugelschreiber her. Der Leiter des Unternehmens nutzt die hergestellten Kugelschreiber, um damit im eigenen Büro zu arbeiten. Dieser Vorgang wird teilweise auch als „Privatentnahme“ bezeichnet.

Typen von Eigenverbrauch

Es ist nicht selten der Fall, dass Unternehmer die Produkte, welche in ihrem eigenen Unternehmen hergestellt werden, für private Zwecke nutzen. Hiervon werden selbstredend auch jegliche Dienstleistungen erfasst, die ein Unternehmen anbietet. Führt ein Unternehmer beispielsweise ein Taxiunternehmen, wird er sich sicherlich nicht von einem Taxi einer anderen Firma zu einem Termin oder dergleichen fahren lassen. Juristisch gesehen gibt es für diesen Vorgang nahezu keine Hürden. Einzige Voraussetzung ist, dass stets zwischen Vorfällen des Unternehmens und Vorfällen des Privatlebens unterschieden wird. Bei letzterem, vollumfänglich privaten Eigenverbrauch, wird zwischen zwei Typen unterschieden, deren Abgrenzung voneinander äußerst wichtig ist:

Gegenstandsentnahme: Es ist den Unternehmern gestattet unternehmenseigenes Vermögen zu nutzen und für Zwecke zu verwenden, die unternehmensfremd sind. Die Folge ist eine Reduzierung des Wertes von Anlage- oder Umlaufvermögen.

Verwendungseigenverbrauch: Allerdings wird nicht nur das Vermögen zum Eigenverbrauch freigegeben. Auch Arbeitskräfte oder unternehmenseigene Gegenstände können für private Zwecke genutzt werden. Selbstredend ist auch diese Form des Eigenverbrauchs anzumelden und zu verbuchen, auch wenn keine Reduzierung des Vermögens stattfindet.

Wie wird ein Eigenverbrauch verbucht?

Wie bereits angesprochen wurde, muss ein Unternehmer bei einem Zugriff auf Unternehmensvermögen oder einer Unternehmensdienstleistung, für private Zwecke, diese verbuchen. Das heißt genauer gesagt, dass dieser Eigenverbrauch umsatzsteuerpflichtig ist. Hierbei sind solche Entnahmen zum Eigenverbrauch zum Preis der Anschaffung (bzw. der Kosten der Herstellung) zzgl. Umsatzsteuer zu verbuchen. Eine Ausnahme davon sind Geldbeträge oder Wertpapiere. Diese können umsatzsteuerfrei entnommen werden.
Beispiel: Sollte der Unternehmer einen Schreibtisch (Anschaffungskosten 100 Euro) aus dem Betrieb entnehmen, muss dieser Eigenverbrauch mit 100 Euro (Anlagevermögen) zzgl. 19 Euro Umsatzsteuer verbucht werden. Hierbei gibt es im Rahmen eines Eigenverbrauchs bei Fahrzeugen diverse Sonderregelungen. Ein solches gilt als betrieblich genutztes Fahrzeug, wenn die Nutzung zu 10 Prozent für Unternehmenszwecke gilt. Wichtig ist hierbei, dass mithilfe eines Fahrtenbuchs oder der sogenannten 1-Prozent-Methode zwischen Eigenverbrauch und Unternehmensnutzung unterschieden werden muss.

Kurz und knapp

Wird Betriebsvermögen für private Zwecke entnommen oder werden betriebliche Güter für private Interessen genutzt, liegt Eigenverbrauch vor. Eine Verbuchung muss stets zzgl. Umsatzsteuer stattfinden. Werden Fahrzeuge privat und unternehmerisch genutzt, finden Sonderregelungen Anwendung.

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