Was ist eine Fusionskontrolle? VWL leicht erklärt + Beispiel

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Bei der Fusionskontrolle handelt es sich um Verfahren, bei denen die zuständigen Wettbewerbsbehörden eine Fusion von Firmen genehmigen oder untersagen. Fusionen sind deswegen insbesonders:

  • ein Aufkauf von einem Unternehmen
  • ein Kauf von einem Firmenteil, zum Beispiel bei bestimmten Sparten oder einen Produktionsstandort
  • ein Joint Venture

Eine Fusionskontrolle soll den Wettbewerb schützen, indem sie marktbeherrschende Stellungen von einem fusionierten Unternehmen verhindert. Diese Stellungen würden die Marktmechanismen untergraben. Deswegen würde eine Preisbildung auf einer Grundlage von Angebot sowie Nachfrage nicht mehr funktionieren können. Dominiert aber ein Anbieter einen Markt, so verfügen alle Abnehmer über kaum oder auch keine Auswahl. Die dominierenden Unternehmen können auf diese Weise ein Preisdiktat durchsetzen.

Die Verhinderung von marktbeherrschenden Stellungen

Die Marktbeherrschende Stellungen treten vor allem in zwei Varianten auf:

  • den horizontalen: Wo ein Unternehmen einen weitaus höheren Marktanteil hat als die zweitplatzierten Firmen. In so einem Fall ist eine Preisbildung ein gewisses Problem. Zudem würde unter einer Dominanz jegliche Innovationskraft leiden. Mangels einer ernsthaften Konkurrenz hat ein Unternehmen kaum eine Motivation in noch bessere Qualität und neue Produkte zu investieren.
  • den vertikalen: Hier beherrscht eine bestimmte Firma eine komplette Wertschöpfungskette. Sie stellt zum einem ein Vorprodukt und ein Endprodukt her, dieses vertreibt sie über einen eigenen Großhandel und auch eigene Filialen. Die Mitbewerber im Handel verfügen aber selten über eine Chance, solche Produkte zu verkaufen. Erhalten sie diese doch, müssen sie sehr hohe Einkaufspreise stemmen.

Wettbewerbsbehörden befassen sich normalerweise mit diesen beiden Problematiken. Ebenso können diese eingreifen, wenn sich ein bestimmter Mischkonzern in mehrere andere einmischen will und dabei auch relevante Marktanteile erlangen würde. Wenn er genügend finanzielle Mittel besitzt, kann dieser einen Markteintritt querfinanzieren und seine Konkurrenten mit Dumpingpreisen aus dem Markt werfen. Ein Beispiel hierfür soll das Ganze verdeutlichen:

Beispiel

Ein sehr gut verdienender Chemiekonzern kauft nun noch eine Supermarktkette auf. Die Milliardengewinne aus dem Chemiesektor nutzt dieser dazu, um alle Waren in seiner Supermarktkette in seiner Anfangszeit deutlich billiger als seine Konkurrenz anzubieten.

Die Konkurrenz kann mangels ihrer finanziellen Reserven nicht mithalten. Diese können dadurch vom Markt verschwinden, dies führt dann in diesem Marktsektor zu einer horizontalen Marktbeherrschung (Monopol).

Dieser Konzern, der nun das Monopol hat, kann seine Preise deutlich erhöhen, mehr Einnahmen aber im Gegenzug weniger Leute Beschäftigen, wie alle Firmen zusammen. Das führt zu weniger Wirtschaftlichkeit eines Landes und zu größerer Arbeitslosigkeit. Das wirkt sich am Ende, nach einer bestimmten Zeit negativ auf die gesamte Wirtschaftssituation aus.

Die grundsätzlichen Vorgehensweisen vom Bundeskartellamt

Wettbewerbsbehörden in sehr vielen Ländern arbeiten alle sehr ähnlich, oftmals unterscheiden sich diese nur in Ihren Details. Genauso wie in Deutschland existiert ebenso in vielen anderen Staaten ein Antragsverfahren, welches bei uns das Bundeskartellamt kontrolliert. Alle Unternehmen müssen daher explizit davor um eine Erlaubnis bitten. Versäumen sie aber diese Pflicht, macht ihnen diese Behörde eine Fusion rückgängig und verhängt auch ein Bußgeld. In Deutschland greift so eine Antragspflicht ab den folgenden Jahresumsätzen, nur eine von den beiden Kriterien muss am Ende erfüllt sein:

  • der Inlandsumsatz: Ein bestimmtes Unternehmen hat bisher 25 Millionen Umsatz, das andere nur 5 Millionen.
  • ein weltweiter Umsatz: Das nun neue Unternehmen muss mindestens 500 Millionen Umsatz haben.

Diese Grenzen hat der Gesetzgeber beschlossen, damit die kleineren Firmen keinerlei unnötige Bürokratie durchgehen müssen. Bei den niedrigeren Größenordnungen ist eine Wahrscheinlichkeit zudem sehr gering, dass daraus eine marktbeherrschende Stellung resultiert.

Die Ausnahmen

Teilweise aber erlaubt das Bundeskartellamt Fusionen, obwohl ihnen eine marktbeherrschende Stellung inne liegt. Diese Zustimmung setzt aber voraus, dass so eine Fusion dem Markt am Ende mehr nützt als schadet. Dies gilt beispielsweise dann, wenn eine Firma einen neuen Markt erschließt. Zusätzlich dazu existiert im deutschen Wettbewerbsrecht eine Ministererlaubnis. Der Bundeswirtschaftsminister darf auch das Bundeskartellamt überstimmen.

Zusammenfassung einer Fusionskontrolle:

• sie soll die marktbeherrschenden Stellungen verhindern
• bei uns ist dafür das Bundeskartellamt zuständig
• die Firmen müssen dazu Fusionen beantragen
• eine Antragspflicht herrscht aber nur für sehr größere Firmen

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