Eine Gehaltspfändung in VWL leicht erklärt + Beispiel

Sollte einem Schuldner nicht möglich sein, seine Verbindlichkeiten gegenüber einem Gläubiger zurück zu führen, ist ein Gäubiger zu einer Gehaltspfändung vom Schuldner berechtigt.
Hierbei kann eine Pfändung von Gehaltsansprüchen erfolgen, welche über eine festgelegte Pfändungsfreigrenze besitzen. Diese Pfändung von einem Teil des Gehaltes eines Schuldners, wird mit Hilfe einer Pfändungs- und Überweisungsbeschluss bei einem Arbeitgeber vom Schuldner angezeigt.

Dieser Schuldner ist damit verpflichtet, einen pfändbaren Teil seines Gehaltes direkt an einen Forderungsgläubiger zu überweisen. Ein Schuldner erhält nun nur noch den nicht mehr pfändbaren Anteil von seinem bisherigen Gehalt.

Ein Grund und der Ablauf einer Gehaltspfändung

Die Privaten Verbraucher können Verträge eingehen, bei welchen sie Zahlungsverpflichtungen erst in einer Zukunft nachkommen müssen. Zum Beispiel ist der Kredit in Raten abzubezahlen oder auch ein Kauf Online kann mittels einer Rechnung begleichen werden. Dabei kann es vorkommen, dass ein Verbraucher seinen Zahlungsverpflichtungen dann nicht mehr nachkommen kann. Ab dann geht ein Gläubiger normalerweise wie folgt vor:
• er beantragt ein Mahnverfahren
• kommt nun der Schuldner seinen erneuten Zahlungsaufforderungen nicht nach, wird dieser Fall bei einem Insolvenzgericht eingereicht
• dieses Gericht kann nun eine Zwangsvollstreckung bewirken, bei dem ein Gehalt gepfändet wird

Ein Gerichtsvollzieher stellt nun dem Arbeitgeber vom Schuldner einen Bescheid über eine Gehaltspfändung zu. Dem Arbeitgeber ist es nun verboten, ein Gehalt an seinen Arbeitnehmer zu überweisen. Solange die Ansprüche vom Gläubiger nicht beglichen sind oder eine Privatinsolvenz abgewickelt worden ist, fließen alle pfändbaren Zahlungen an die Gläubiger.

Die Grenzen einer Gehaltspfändung

In Deutschland ist es nicht möglich, ein komplettes Gehalt eines Schuldners völlig zu pfänden. Den dies würde nicht nur einen wirtschaftlichen Ruin bedeuten, sondern ebenso das körperliche Wohl gefährden. Den deswegen könnte ein Schuldner dann auch keine Lebensmittel kaufen oder auch seine Miete bezahlen. Deswegen sieht ein Gesetzgeber einen Pfändungsfreibetrag vor, welcher aktuell bei einem Einkommen von rund 1.080 Euro netto liegt.
Jedoch ist die genaue Höhe ebenso davon abhängig, ob ein Schuldner unterhaltspflichtige Kinder hat. Ist dass der Fall, so erhöht sich natürlich der Pfändungsfreibetrag entsprechend. Außerdem werden die Grenzen des Pfändungsfreibetrag in einem Abstand von 2 bis 3 Jahren angepasst, wobei eine Inflation und eine Preisentwicklung als Basis dafür dienen. Derzeit sind vollständig pfändbar alle Einkommensanteile, welcher über einem Betrag von insgesamt 3.292,09 Euro netto liegen.

Zusammenfassung einer Gehaltspfändung:

• eine Gehaltspfändung kann in einem Rahmen von einer Zwangsvollstreckung beschlossen werden
• der verschuldete Verbraucher erhält nun sein Gehalt nicht mehr selber, dieses Gehalt wird nun an den Gläubiger ausbezahlt
• der Pfändungsfreibetrag schließt aber einen Teil vom Einkommen von einer Pfändung aus

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