Einnahmenüberschussrechnung im Steuerrecht leicht erklärt + Beispiel

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Was versteht man unter dem Begriff „Einnahmenüberschussrechnung“?

Die Einnahmenüberschussrechnung wird auch als 4-3-Rechnung oder Einnahmen-Ausgaben-Rechnung bezeichnet und ist in § 4 Abs. 3 EStG geregelt. Durch sie wird der Gewinn eines Unternehmens aus dem Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben ermittelt. Somit basiert sie nicht wie eine klassische Bilanzierung auf Erträgen und Aufwendungen, sondern auf Ein- und Auszahlungen. Dadurch gibt es bei der Einnahmenüberschussrechnung keinerlei Forderungen, Verbindlichkeiten oder Rückstellungen. Sie wird in der Regel viel seltener angewandt als die Bilanz.

Die Einnahmenüberschussrechnung kann bei Freiberuflern oder Kleingewerbebetrieben, welche im Sinne des HGB keine Kaufmänner sind, sowie bei Einzelkaufmännern, welche die in § 241a HGB erwähnten Schwellenwerte bezüglich Umsatzerlösen (600.000 €) und Jahresüberschuss (60.000 €) in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren nicht überschreiten, angewendet werden. Sie müssen nicht bilanzieren und können den Gewinn durch die Einnahmenüberschussrechnung ermitteln.

Hier ein Beispiel:

Ein Einzelunternehmer erbringt im Dezember 01 eine Leistung für seinen Kunden im Wert von 5.000 €. Der Kunde bezahlt die Rechnung im Januar 02. Daher erscheinen die 5.000 € nicht in der Einnahmenüberschussrechnung des Jahres 01, da keine Einnahme vorliegt. Bei einer Bilanzierung hätte dieser Betrag jedoch als Forderung im Geschäftsjahr 01 erfasst werden müssen.

Neben dem reinen Zahlungsprinzip gibt es noch Ausnahmen, wie z.B.: Ausgaben für Anlagevermögen, welche bei der Einnahmenüberschussrechnung nicht in voller Höhe, sondern nur in Höhe der Abschreibung verrechnet werden.

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