Erträge & Aufwendungen aus Sicht der BWL – Erklärung, Beispiel

In der Finanzbuchhaltung werden die Rechengrößen Ertrag und Aufwand angewendet.
Gewinn- und Verlustrechnung: Nach § 242 Abs. 2 des Handelsgesetzbuchs ist die Gewinn- und Verlustrechnung die Gegenüberstellung von Aufwendungen und Erträgen in einem Geschäftsjahr. Jahresüberschuss oder Gewinn sind dann das abschließende Saldo.
Erträge: Ein Ertrag ist eine Erhöhung des Wertes des Nettovermögens von einem Unternehmen. Es sind hauptsächlich Umsatzerlöse. Es können aber auch Zinserträge oder andere betrieblichen Erträge sein.

Nettovermögen: Nettovermögen = Vermögen – Schulden

Das Nettovermögen entspricht dem Eigenkapital.

Aufwand: Aufwendungen führen zu einer Verringerung des Nettovermögens. Beispiele sind Gehaltszahlungen, Reisekosten, Mieten und Abschreibungen.

Unter dem Begriff „erfolgswirksam“ wird verstanden, dass der Gewinn erhöht oder verringert wird. Bilanzveränderungen sind im Gegensatz dazu erfolgsneutral. Sie wirken sich also nicht auf den Gewinn aus. Aufwendungen und Erträge führen zu erfolgswirksamen Geschäftsvorfällen.

Beispiele:

Ein Geschäft verkauft ein Fahrrad für 300 € netto an einen Kunden. Eingekauft hat das Geschäft das Fahrrad für 200 € netto. Durch den Verkauf verringert sich das Vorratsvermögen des Geschäfts. Das Geldvermögen stellt die Kasse dar. Dieses erhöht sich um 300 €. Die Verbuchung der Beträge erfolgt in der Buchhaltung unsaldiert. Es wird ein Ertrag, also ein Umsatzerlös von 300 € gebucht. Außerdem wird ein Aufwand, also ein Wareneinsatz von 200 € verbucht. Beim Nettovermögen stellt sich eine Erhöhung von 100 € ein. Diese nimmt also saldiert zu.

Wenn ein Unternehmer 10000 € Zinsen für einen Kredit bei der Bank zahlt, stellen diese Zinsen einen Aufwand dar. Das Eigenkapital und somit das Nettovermögen wird um 10000 € verringert.

Es soll nun noch eine Abgrenzung zu Kosten und Leistungen stattfinden.
Meistens gilt in der Betriebsrealität, dass Kosten Leistungen entsprechen. Es muss allerdings klar gesagt werden, dass nicht alle Kosten mit Aufwendungen verbunden sind. Auch nicht alle Leistungen sind mit Erträgen verbunden.

Beispiele:

Kalkulatorische Zinsen können als Kosten bezeichnet werden. In der Finanzbuchführung nach dem Handelsgesetzbuch können sie aber nicht als Aufwendungen angesehen werden.
Wenn ein Unternehmen einige Wertpapiere verkauft, macht es meist einen Veräußerungsgewinn. Da sich das Nettovermögen erhöht, ist es ein Ertrag. Innerhalb der Kosten- und Leistungsrechnung wird aber bei diesem Ertrag nicht von Leistung gesprochen. Es ist hier kein Zusammenhang mit der Leistungserstellung im Betrieb gegeben.

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