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Fließfertigung leicht erklärt – Vor- & Nachteile, Beispiel

Manche Dinge hört man, kann sie aber vielleicht nicht immer einordnen. So ist es mit der Fließfertigung auch. Man hört es im Geschichtsunterricht, aber was bedeutet das?

Die Fließfertigung

Die Fließfertigung setzt auf die Teilung der Fertigung auf kleine Arbeitsschritte und Arbeitsstationen. Alles wir auf die Fertigung und das Produkt ausgerichtet. Die Werkzeuge und Maschinen müssen dafür so angeordnet werden, dass sie dem Arbeitsprozess dienen und einzelne Stationen abbilden. Durch Handgriffe, jeder nach dem andern, entsteht so ein ganzes Produkt, dass in der Komplexität nahezu unendlich sein kann.

Zu der Fließfertigung zählt auch die bekannteste Form der Produktion: Die Fließbandfertigung. Sie ist noch mal spezieller, konsequenter und produktiver. Das entsprechende Produkt wird damit mit einem Band durch die verschiedenen Stationen transportiert und dann erfolgt die jeweilige Montage durch kleine Handgriffe, die dem Fließproduktionsprozess folgen. Schraube für Schraube, Mutter für Mutter und Teil für Teil wird zusammengefügt. Jeder Handgriff für sich klein und unscheinbar, aber das Ergebnis spricht für sich und kann in der Ausprägung komplexe Produkte wie Autos hervorbringen. Der einzelne Arbeiter muss auch nicht verstehen, wie es genau abläuft. Er muss nur die Handlung ausführen, für die er eingeteilt ist und seinen Job konzentriert und gewissenhaft ausführen. Der zeitliche Rhythmus ist dabei genau festgelegt und man kann sich dem nicht entziehen, da sonst das ganze System keinen Sinn machen würde und zusammenbräche, ähnlich einem Kartenhaus. Ein Schritt baut auf dem nächsten auf. Das ist die sogenannte Taktzeit.

Vorteile

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Fließfertigung durchgesetzt und das hat seine Gründe. Denn der Kapitalismus, der Konsum und die Massenproduktion wären ohne diese Produktionsweise unmöglich.

Es müssen keine Zwischenprodukte angehäuft und gelagert werden. Man leitet sie einfach direkt zur Endfertigung weiter und kann so ein ganzes Produkt herstellen.

Etwas wird schnell produziert und auch komplexe Dinge können so schnell und von Leuten, die da ganze nicht verstehen, montiert werden, also ist eine komplexe Ausbildung nicht unbedingt nötig.

Die Arbeitsteilung kann genutzt werden und man kann seine Arbeiter immer weiter und weiter spezialisieren.

Je höher die Taktzeit ist, umso schneller ist ein Produkt fertig und so ist eine Massenproduktion selbst von komplexen Maschinen denkbar und machbar.

Menschen finden Arbeit, da mehrere Menschen benötigt werden, um eine schnelle Herstellung zu gewährleisten. Ein einzelner Mensch kann nur schwer im Fließproduktionsprozess vorankommen.

Nachteile

Da die Menschen so spezialisiert sind, können Unternehmen nur schwer auf etwas reagieren. Kommt eine Krise, ist es schwer, sich umzustellen. (Rohstoffmangel etwa, da so nicht jede Station bedient werden kann, das Konzept bricht zusammen.)

Durch die hohe Produktion werden Rohstoffe verbraucht, Massenware produziert und so die Umwelt in Mitleidenschaft gezogen.

Die Arbeiter werden in stupide und wenig inspirierende und erfüllende Tätigkeiten gezwungen. Wenige Handgriffe, die sich immer und immer wieder über viele Stunden am Tag, der Woche und im Arbeitsleben wiederholen.

Arbeiter können auch nicht wirklich viele soziale Fähigkeiten ausbauen, außer sie haben Kollegen an der jeweiligen Station, und auch da ist eine Aufmerksamkeit erforderlich, da sonst die Stationen nicht mehr aufeinander aufbauen.

Beispiele

Das bekannteste Beispiel dieser Fließproduktion ist wohl das Montageband von Henry Ford, womit er seine Autos hergestellt hat. Das war so effektiv, dass das Modell T von 1913 preiswert war, sodass es auch gekauft werden konnte von den normalen Menschen.

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