Gesamtschuldnerische Haftung in VWL leicht erklärt + Beispiel

Eine Schuld besteht immer zwischen dem Schuldner und Gläubiger. Wenn es mehrere Schuldner gibt, die als Gemeinschaft gegenüber einem Dritten in der Haftung sind, nennt man dies gesamtschuldnerische Haftung. Die Schuld kann aus einer Sachleistung oder einer Geldleistung bestehen.

Jede Person der Gemeinschaft, egal ob juristisch oder natürlich, ist zur Erfüllung der gesamten Schuld verpflichtet. Es gibt keine Schuld nach Anteilen bei der gesamtschuldnerischen Haftung. Der Gläubiger kann bei einer Geldschuld beispielsweise die komplette Summe von einer einzigen Person der Gemeinschaft einfordern.

Wenn es in einem Kreditvertrag mehr als ein Darlehen gibt, so wird für diese im Normalfall eine gesamtschuldnerische Haftung für Zins und Tilgung festgelegt. Jeder Kreditnehmer haftet selbstständig für die Gesamte Kreditsumme.

Vorteile für den Gläubiger

Die gesamtschuldnerische Haftung hat für den Gläubiger folgende Vorteile:

  • Gläubiger sucht sich aus, wen er in die Haftung nehmen will
  • Wird ein Kreditnehmer zahlungsunfähig, bleibt trotzdem die gesamte Schuld bestehen
  • Keine Teilung des Kreditbetrages, die Schuld wird in der Gesamtheit beglichen

Sterbefall eines Schuldners

Verstirbt einer der Schuldner, bleibt die gesamtschuldnerische Haftung weiterhin gültig. Für diese Eventualität kann eine Restkreditversicherung abgeschlossen werden, die im Sterbefall das Begleichen der Restschuld übernimmt.

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