Gewerbebetrag im Steuerrecht leicht erklärt + Beispiel

Was versteht man unter dem Gewerbebetrag?

Als Gewerbebetrag bezeichnet man die Bemessungsgrundlage der Gewerbesteuer. Dieser wird aber nicht als eigenständige Kennzahl ermittelt, sondern von anderen Gewinngrößen bzw. Steuergesetzen abgeleitet. Laut § 7 Satz 1 GewStG ist der Gewerbebetrag der aufgrund EStG oder KStG zu ermittelnde Gewinn aus Gewerbebetrieb, welcher durch die in den §§ 8 und 9 GewStG. erwähnten Hinzurechnungen oder Kürzungen, entweder vermehrt oder vermindert wird. Durch dieses Vorgehen soll eine Doppelbelastung durch Gewerbe- und Grundsteuer vermieden werden.

Vereinfacht gesagt wird zunächst der Gewinn des Steuerpflichtigen ermittelt, welcher entweder der Einkommensteuer oder der Körperschaftssteuer unterliegt und sich im weiteren Verlauf durch entsprechende Sachverhalte erhöhen oder verringern kann. Ein negativer Gewerbeertrag wird als Gewerbeverlust bezeichnet.

Hier ein Beispiel zur Ermittlung eines Gewerbebetrags:

Ein Unternehmen hat im Geschäftsjahr einen Gewinn aus Gewerbebetrieb von 200.000 € erzielt. Gleichzeitig hat das Unternehmen Zinsaufwendungen für einen Kredit in der Höhe von 500.000 €, welche den Gewinn des Unternehmens gemindert haben. Laut § 8 Nr. 1 Buchstabe a) GewStG ist ein Viertel der Summe aus Entgelten für Schulden hinzuzurechnen, soweit diese 100.000 € überschreiten. Somit wird wie folgt gerechnet: (500.000 € – 100.000 €) / 4 = 100.000 €

Somit werden dem Gewinn von 200.000 € noch 100.000 € hinzugerechnet und dies ergibt einen Gewerbebetrag von 300.000 €. Falls möglich, können von diesem Betrag noch 24.500 € als Freibetrag für natürliche Personen abgezogen werden. Zudem enthalten § 8 und § 9 GewStG. noch zahlreiche weitere zusätzliche Hinzurechnungs- oder Kürzungsbeträge.

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