Gewerbesteuer im Steuerrecht leicht erklärt + Beispiel

Was versteht man unter der Gewerbesteuer?

Als Gewerbesteuer (GewSt.) bezeichnet man eine reale Ertragssteuer, welche Gewerbebetriebe an die jeweilige Gemeinde abführen müssen. Sie wurde in Deutschland 1891 durch die Miquelsche Steuerreform eingeführt. Dabei hängt die Höhe der zu entrichtenden Gewerbesteuer nicht nur vom erwirtschafteten Gewerbebetrag, sondern auch vom Hebelsatz der jeweiligen Gemeinde ab. Dieser beträgt mind. 200 % und liegt im Durchschnitt in Deutschland bei 400 %.

Die Steuerschuldner sind Gewerbebetriebe, die entweder über ihre Rechtsform als Kapitalgesellschaft oder über ihre gewerbliche Tätigkeit im Sinne des Einkommenssteuerrechts (Einzelunternehmen und Personengesellschaften) erfasst werden. Dabei haben Personengesellschaften einen Gewerbesteuerfreibetrag von 24.500 € und können die Gewerbesteuer auf die Einkommenssteuer anrechnen.

Der Gewerbesteueraufwand wird unter dem GuV-Posten „Steuern vom Einkommen und vom Ertrag“ geführt. Es handelt sich um einen Aufwand in der Buchführung, welcher nicht zu den Betriebsausgaben zählt und daher steuerlich nicht abzugsfähig ist.

Hier ein Beispiel zur Berechnung der Gewerbesteuer:

Ein GmbH hat im Geschäftsjahr 01 einen Gewerbebetrag von 100.000 € erzielt. Dabei wird bei der Berechnung des Gewerbebetrags laut § 11 Abs. 1 Satz 3 immer auf volle Hundert € abgerundet. Der Gewerbesteuerhebelsatz der Gemeinde, in der das Unternehmen ansässig ist beträgt 400 % und der Gewerbesteuermessbetrag beträgt laut § 11 Abs. 1 Satz 1 GewStG. 3,5 %.

Somit ergibt sich folgende Formel zur Berechnung der Gewerbesteuer:
400 % x 3,5 % x 100.000 € = 14.000 €

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