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Gewinnsteuer im Unternehmen berechnen – einfaches Beispiel

Gewinnsteuer im Unternehmen berechnen - einfaches Beispiel

Wer sich gerne Selbständig machen möchte, der sollte sich vorerst darüber informieren welche Steuern regelmäßig gezahlt werden müssen. Des Weiteren spielt die Rechtsform des Unternehmens eine große Rolle. Entscheidet man sich für eine Kapitalgesellschaft, wie z.B. eine UG, GmbH oder eine AG, so fallen

Wer sich gerne Selbständig machen möchte, der sollte sich vorerst darüber informieren welche Steuern regelmäßig gezahlt werden müssen. Des Weiteren spielt die Rechtsform des Unternehmens eine große Rolle. Entscheidet man sich für eine Kapitalgesellschaft, wie z.B. eine UG, GmbH oder eine AG, so fallen

  • Körperschaftssteuer,
  • Umsatzsteuer
  • und Gewerbesteuer an.

Die Körperschaftssteuer wird auf den erzielten Gewinn der juristischen Personen erhoben. Der Steuersatz hierzu beträgt 15%. Entscheidet man sich hingegen für eine Personengesellschaft, werden die Gewinne über die Einkommenssteuer versteuert. Hierbei wird die Einkommensgrenze, die sich jedes Jahr variieren kann, berücksichtigt. Das bedeutet, dass Gewinne, welche erzielt wurden, sich jedoch unter der jährlichen Einkommensgrenze (Auch Grundfreibetrag genannt) von einer maximalen Höhe von 9.984 Euro befinden, zwar in der Einkommenssteuererklärung angegeben jedoch nicht versteuert werden müssen. Dazu sollte man beachten, dass der Grundfreibetrag nicht nur für das Unternehmen zählt, sondern hier alle Einkommensquellen, die man besitzt, mit eingeschlossen sind.

Wie berechnet man die Gewinnsteuer bei einem Selbständigen (Einzelunternehmer)?

Die Gewinnsteuer, auch Einkommenssteuer genannt wird wie folgt berechnet:
Zuerst muss berücksichtigt werden, ob es sich bei der Berechnung um eine alleinstehende Person, oder ob es sich um eine Ehe mit Zusammenveranlagung handelt, denn je nachdem fällt der Steuergrundfreibetrag höher oder niedriger aus. Bei einer alleinstehenden Person beträgt der Freibetrag, wie oben bereits geschrieben, 9.974,00 Euro pro Jahr (Stand 2022). Bei zusammenveranlagten Personen in der Ehe ist der Freibetrag etwas höher, nämlich 19.968,00 Euro. Des Weiteren spielen die Steuerklasse und die Anzahl der Kinder ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Berechnung.

Umsätze des Unternehmens
– Abzgl. Steuer
– Ausgaben (Ware, Personalkosten, etc.)
= Summe der Einkünfte (Gewinn)
Gewinn
– außergewöhnliche Belastungen
– Sonderausgaben
= Einkommen der steuerpflichtigen Person

– Zum Ende wird noch der Kinderfreibetrag abgezogen
= zu versteuerndes Einkommen

Nun kann anhand der jährlichen Einkommenssteuertabelle genau abgelesen werden, wie viel Einkommenssteuer man an das Finanzamt entrichten muss.

Einfaches Rechenbeispiel

Der Unternehmer XX besitzt einen Friseursalon und möchte wissen, wie viel Steuer er von seinem Gewinn nun an das Finanzamt zu zahlen hat:

Umsatz im Jahr X = 98.365,63 Euro
– 19 % Umsatzsteuer = 18.689,46 Euro
– Ausgaben = 6.752,33 Euro
= Summe der Einkünfte (Gewinn) = 72.923,84 Euro

Gewinn = 72.923,84 Euro
– außergewöhnliche Belastungen = 3.865,35
– Sonderausgaben = 2.593,62
= Zu versteuerndes Einkommen = 66.464,87 Euro

Da der Selbständige XX keine Kinder hat, kann kein Kinderfreibetrag geltend gemacht werden.
Jedoch schaut man in der Einkommenssteuertabelle nach dem zu versteuerndem Einkommen und man kann genau ablesen, wie viel man an das Finanzamt zu zahlen hat.

Wie berechnet man die Gewinnsteuer bei einer Kapitalgesellschaft (GmbH, UG, AG)?

Die Gewinne bei einer Kapitalgesellschaft werden nicht wie bei einem Einzelunternehmer berechnet, sondern durch die Körperschaftssteuer, die hierbei zusätzlich anfällt. Die Höhe dieser Steuerart liegt bei etwa 15 %. Hierbei ist zu beachten, dass es leider keinen Grundfreibetrag gibt, so wie er bei Einzelunternehmer vorhanden ist. Bei einer GmbH sind es Gesellschafter wo eine Gewinnausschüttung vorgenommen worden, bei einer AG sind es die Aktionäre.

Die Gewinnsteuer wird hierbei wie folgt berechnet:

Umsatzerlös des Unternehmens = 995.638,32 Euro
– abzugsfähige Aufwendungen des Unternehmens = 95.635,22 Euro
– nicht abzugsfähige Aufwendungen = 6.529,94 Euro
= Ergebnis vor Steuer = 893.473,16 Euro
– Steuerrückstellungen = 268.041,94 Euro
Überschuss = 625.431,22 Euro
Zum Ende müssen noch Kapitalertragssteuer und der Solidaritätszuschlag einbehalten werden.

Die oben stehenden Beispiele stellen nur eine vereinfachte Erklärung der Gewinnsteuerberechnung dar.

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am: 18. Januar 2022 von Anatoli Bauer

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