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Kinderfreibetrag beim Finanzamt ändern – so gehts

  • by Anatoli Bauer
Kinderfreibetrag beim Finanzamt ändern - so gehts

Eltern werden ist gar nicht schwer, Eltern sein dafür umso mehr. So denken viele Neueltern und fühlen sich meist vor großer Herausforderung gestellt und wissen am Anfang gar nicht an welche Dinge sie zuerst denken sollen. Und vor allem, um welche bürokratischen Angelegenheiten Sie sich wann kümmern müssen?

Kinderförderung vom Staat

Wenn Sie als erstes das Thema staatliche Kinderförderung angehen wollen, kommen Sie nicht drum herum sich mit dem Kinderfreibetrag auseinander zu setzen. Die Frage die Sie sich als erstes stellen sollten wäre: Kinderfreibetrag oder Kindergeld? Der Staat gewährt als steuerliche Entlastung eines der beiden, um Ihnen als Eltern finanziell unter die Arme zu greifen. In der Regel prüft das Finanzamt nach Abgabe der Einkommenssteuererklärung welches davon günstiger für Sie ist. Einen Anspruch auf beides zur gleichen Zeit haben Sie leider nicht. Kommt es vor, dass Sie Kindergeld erhalten haben und gleichzeitig einen Kinderfreibetrag eintragen lassen haben Sie dass Recht durch die Steuerklärung eine Günstigerprüfung durchführen zu lassen. Falls Sie durch den Erhalt des Kindergeldes einen steuerlichen Nachteil erfahren haben, steht Ihnen vom Finanzamt die Differenz zu, und in der Regel bekommen Sie diese vom nachträglich überwiesen. Falls die Prüfung aussagt dass das Kindergeld der größere Vorteil für Sie ist, passiert am Ende nichts. Es ist also sinnvoll herauszufinden welcher Weg für Sie der geeignetere ist.

Kinderfreibetrag

Eine Eintragung des Kinderfreibetrages oder eine Änderung von diesem muss beim Finanzamt vorgelegt werden. Der Kinderfreibetrag wirkt sich dann auf folgende Sozialabgaben:

  • Solidaritätszuschlag
  • und Kirchensteuer.

Die Summe des Kinderfreibetrages wird dann als elektronischer Lohnsteuerabzugsmerkmal gebildet, damit Ihre möglichen Arbeitgeber die Abzugsbeiträge richtig verrechnen kann. Die automatische Berücksichtigung des Kinderfreibetrages vom Finanzamt, hängt von der ’nicht Volljährigkeit‘ oder ‚Volljährigkeit‘ Ihres Kindes ab. Ist Ihr Kind ’nicht Volljährig‘, wird es automatisch nach Abgabe der Meldedaten in Elster übermittelt. Ist Ihr Kind ‚Volljährig‘, so müssen Sie die Aufnahme beim Finanzamt beantragen und entsprechende Voraussetzungen erfüllen damit Ihr Kind vom Finanzamt an die Elster übermittelt und der Kinderfreibetrag gebildet werden kann. Auch ist ein Antrag notwendig, wenn der Kinderfreibetrag für ein Kind gebildet werden soll, das nicht bei Ihnen wohnhaft gemeldet ist. Änderungen des Kinderfreibetrages müssen nur dann beantragt werden, wenn Sie ein weiteres Kind erhalten. Auch dies ist per Antrag beim Finanzamt zu erledigen.

Formulare, Fristen und erforderliche Unterlagen

Das Formular welches Sie für die Beantragung oder Änderung brauchen nennt sich ‚Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung‘. Von diesem Formular benötigen Sie den Hauptdruck und die Anlage ‚Kinder‘. Das Formular finden Sie im Internet sehr schnell und passend zum ausdrucken, oder Sie fragen bei Ihrem Finanzamt danach. Alternativ können Sie den Antrag auch elektronisch auf www.elster.de stellen. Für Ihre Anträge müssen Sie eine ganz einfache Frist beachten. Und zwar können Sie einen Antrag für ein laufendes Jahr bis hin zum 30.November des Jahres stellen. Bei den Unterlagen die Sie mit einreichen müssen kommt es wieder auf das Alter Ihres Kindes an. Wenn Ihr Kind noch unter 18 Jahren ist, benötigen Sie die Geburtsurkunde des Kindes. Hat Kind das Alter von 18 Jahren erreicht oder überschritten, so benötigen Sie die Nachweise zur Erstausbildung.

Voraussetzungen für Kinder ab 18 Jahren

Hat Ihr Kind die Volljährigkeit erreicht? So müssen Sie einige Besonderheiten beachten. Dabei ist die Überschreitung des Alters von 21 Jahren wichtig, und im Normalfall können Sie für Ihr Kind nur bis es das Alter von 25 Jahren erreicht hat einen Kinderfreibetrag eintragen lassen. Bei den Einstufungen sind folgende Voraussetzungen zu beachten: Bei Kinder zwischen 18 und 20 Jahren, ist die Voraussetzung gegeben wenn Ihr Kind beschäftigungslos und als arbeitssuchend bei der Agentur für Arbeit gemeldet ist. Hat Ihr Kind das Alter von 21 bis 25 Jahren und hat bislang noch keine Berufsausbildung oder Studium abgeschlossen? Dann ist die Voraussetzung für einen Kinderfreibetrag gegeben, wenn Ihr Kind derzeit eine Berufsausbildung, ein Studium oder einen freiwilligen Dienst leistet. Oder sich eben in der Übergangszeit von 4 Monaten zwischen solchen Tätigkeiten befindet.

Haben Sie den Beweis dass es derzeit keinen freien Ausbildungs- oder Studium Platz für Ihr Kind gibt, erfüllen Sie damit auch die Voraussetzung. Hat Ihr Kind jedoch bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen, so ist die Vorrausetzung nur gegeben wenn Ihr Kind nicht erwerbstätig ist. Bedeutet es arbeitet nur im Rahmen seiner Ausbildung noch oder lediglich in einem Minijob und ist nicht Vollzeit beschäftigt. Die beiden Altersgrenzen von 21 und 25 Jahren können sich erhöhen wenn Ihr Kind einen Wehrdienst oder Zivildienst geleistet hat. Andernfalls können Sie für Ihr Kind welches das 25 Lebensjahr erreicht hat nur noch einen Kinderfreibetrag eintragen, wenn bei Ihrem Kind eine Behinderung vorliegt und es für seinen eigenen Lebensunterhalt nicht sorgen kann. Diese Behinderung muss dazu auch aufgetreten sein bevor es das 25. Lebensjahr erreicht hat.

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