Liebhaberei im Steuerrecht leicht erklärt + Beispiel

Was versteht man unter dem Begriff „Liebhaberei“?

Als eine so genannte Liebhaberei bezeichnet man im Steuerrecht eine Tätigkeit, welche steuerlich unberücksichtigt bleibt, da bei ihr keine Gewinnerzielungsabsicht über die gesamte Lebenszeit des Gewerbes gegeben ist. Da viele Unternehmen auch Anlaufverluste haben, werden diese vom Finanzamt genau geprüft und gegebenenfalls als Liebhaberei eingestuft und steuerlich nicht anerkannt.

Beliebte Liebhabereien sind z.B.: die Vermietung von Ferienhäusern, der Verleih von Sportwagen oder der Betrieb eines Weingutes. Diese Tätigkeiten können aber nur dann wirklich und erfolgreich mit Gewinnabsicht betrieben werden, wenn eine aktive Vermarktungstätigkeit gegeben ist und nicht nur eine private Nutzung oder eine Nutzung durch Freunde und Verwandte des Eigentümers.

Hier ein Beispiel für eine klassische Liebhaberei:

Ein gut verdienender Geschäftsmann segelt gerne. Da dies sein Hobby ist, wird es dem privaten Bereich zugeordnet und ist steuerlich nicht relevant.
Nun könnte der Geschäftsmann aber auf die Idee kommen, sein Hobby als Gewerbe z.B.: in Form einer Segelbootvermietung zu betreiben. Er segelt dann in Summe vielleicht einen Monat mit dem Boot und die restliche Zeit liegt das Boot vor Anker. Das Gewerbe schreibt durch hohe Aufwendungen für Liegeplatzgebühren usw. hohe Verluste und macht gleichzeitig keine Einnahmen. Diesen Verlust könnte der Geschäftsmann dann mit seinem hohen Einkommen mittels vertikalen Verlustausgleichs bei der Errechnung der Einkünfte verrechnen, so dass sich seine Steuerbelastung verringert und der Staat damit einen Teil der Kosten für sein Hobby übernimmt. Um dieses Beispiel für eine klassische Liebhaberei zu verhindern führt das Finanzamt stets genaue Prüfungen durch.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here