Markteintrittskosten in VWL leicht erklärt + Beispiel

Die Markteintrittskosten definieren die Kosten bei Neueintritt eines Produktes oder Unternehmens in einen regionalen Markt. Die Höhe dieser Kosten ist dabei abhängig von mehreren Faktoren wie etwa dem angestrebten Marktanteil sowie der Branche.
Einerseits gibt es ausschließlich lokal erhältliche Produkte, die per Direktmarketing und persönlicher Ansprache im Einzelhandel untergebracht werden können und mit geringen Kosten einhergehen. Andererseits gibt es internationale Produkte, wie etwa Luxusgüter oder Parfum-Marken, die mit erheblich höheren Kosten in den Markt eingeführt werden.

Wirtschaftliche Bedeutung und Herausforderungen

Vom wirtschaftlichen Standpunkt gesehen haben wird den Markteintrittskosten eine große Bedeutung zugemessen, aus folgenden Gründen:

  • Der Großteil der Kosten wird schon vor Produkteinführung fällig. Kosten entstehen durch Vorgänge wie beispielsweise der Produktentwicklung, Kalkulation und Auswahl der Materialien oder Zutaten, Anpassung und Planung der Produktionsanlagen. Einige dieser Kosten sind so genannte sunk costs, sprich, Kosten die auch bei ausbleibender Markteinführung anfallen.
  • Einige Kostenpunkte bleiben stets gleich, egal welche Menge des Produkts produziert wird. Große Konzerne haben damit einen erheblichen Vorteil gegenüber kleineren Unternehmen.
  • Markteintrittskosten sind nicht zwingend auf das Produkt oder gewisse Unternehmensfunktionen beschränkt und sind auf Anhieb nicht immer sichtbar. Beispiele hierfür sind Kosten für Anpassungen zwecks Importregelungen oder Anforderungen an bestimmte Lebensmittel – Stichwort koscher oder halal, vegan, Importverbot für gewisse Lebensmittel.
  • Geringe Amortisationsdauer oder überschätzter Absatzprognose. Besonders im High-Tech-Bereich muss der Kostenpunkt Markteintrittskosten innerhalb kurzer Zeit eingenommen werden, da Interessenten selten bereit sind den anfänglichen Höchstpreis des Produktes zu zahlen und die Verkaufspreise schnell sinken. Eine zu rasche oder zu früh einsetzende Preissenkung kann die Refinanzierung deutlich erschweren.

Externe Effekte auf die Refinanzierung

Markteintrittskosten sind meist mit einem hohen Risiko belastet. Sie sind zusätzlich nur schwer beeinflussbar und kaum planbar, da das Verhalten von Verbrauchern selten vorhersehbar ist.
Auch Reglementierungen oder staatliches Eingreifen können sich negativ auf ein Unternehmen auswirken, wie etwa stetig im wandel befindliche Gesundheitsdogmas oder Verbote für bestimmte Zusatzstoffe.
Alkohol oder Tabakwaren sind Beispiele für solche Reglementierungen.

Markteintrittskosten – Zusammenfassung – Definition und Erklärung

  • Kosten fallen bei der Markteinführung neuer Produkte oder Eintritt in neue Marktgebiete an.
  • Der größte Teil dieser Kosten ist noch vor Markteintritt fällig, sind also mit einem hohen Risiko belastet.
  • Große Konzerne haben gegenüber kleinen Konzernen einen riesigen Vorteil, da Fehlschläge nicht direkt zum kompletten Ruin führen können.

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