Nettobedarf in VWL leicht erklärt + Beispiel

Der logistische Begriff Nettobedarf steht für den Bedarf an Materialien für die Herstellung von Waren.

Ermittlung des Nettobedarfs

Der Nettobedarf wird zunächst durch eine Subtraktion des derzeitigen Lagerbestandes und der schon bestellten Materialien vom Bruttobedarf berechnet. Im nächsten Schritt werden die schon reservierten Materialien sowie ein Sicherheitsabstand addiert. Letzterer dient der Verhinderung eines Produktionsstopps.

Beispiel

Ein Möbelhersteller produziert in einem Monat 500 Stühle, für die er die notwendigen 2.000 Sesselbeine extern bestellt.

Angenommen, 500 Sesselbeine des Bruttobedarfs an Sesselbeinen befinden sich bereits auf Lager und 300 Sesselbeine wurden bereits bestellt. Die notwendige Stückzahl verringert sich dadurch auf 2.000 – 500 – 300 = 1.200 Sesselbeine. Aufgrund eines Produktionsstillstandes im Vormonat müssen noch 50 Stühle nachproduziert werden, die insgesamt 200 Sesselbeine benötigen. Aufgrund der schwankenden Auftragslage legt das Unternehmen einen Sicherheitsabstand von 300 Sesselbeinen fest. Der Nettobedarf liegt daher bei 1.200 + 200 + 300 = 1.700 Sesselbeine.

In diesem Beispiel ist der Nettobedarf ein positiver Wert, was bedeutet, dass der Disponent diese Anzahl an Sesselbeinen bestellen muss. Dabei ist die Lieferzeit und der der für die Produktion notwendige Lieferzeitpunkt zu berücksichtigen. Im Falle eines negativen Werts, hat das Unternehmen zu viele Sesselbeine auf Lager (Überkapazität).

Nettobedarf – Übersicht

  • Begriff aus der Materialwirtschaft bzw. Logistik
  • Bruttobedarf – Lagerbestand – Bestellbestand + Reservierungen + Sicherheitsabstand
  • Berücksichtigung zeitlicher Faktoren (Lieferzeit etc.)

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