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Rentabilitätsvergleichsrechnung berechnen – Formel & Beispiel

  • by Anatoli Bauer

Definition Rentabilitätsvergleichsrechnung

Im Bereich der statischen Investitionsrechnungen, befindet sich die Rentabilitätsvergleichsrechnung. Der Begriff mit diesem langen Wort ist nicht so schwer, wie Einsicht anhört. Was das genau ist und wie man mit dieser rechnet wird hier nun ein wenig genauer dargestellt.

Was genau ist nun die Rentabilitätsvergleichsrechnung?

Oft auch als Rentabilitätsrechnung bezeichnet, ist es eine Form zur Berechnung und der Veranschaulichung des Vergleichs von Renditen. Genauer gesagt von der Rendite von alternativen Investitionen. Die Investition, welche die höchste Rendite aufzeigt, ist die beste Entscheidung, zumindest wenn es um den wirtschaftlichen Faktor geht. Die Rendite wird in Prozent dabei angegeben.

Formel:

Formel

Die Rendite ergibt sich der Formel zufolge aus dem Gewinn, welcher mit den kalkulatorischen Zinsen addiert wird. Danach dividiert man dies durch das gebundene Kapital und multipliziert alles mit dem Faktor 100.
Hierzu ist noch zu erklären: Das gebundene Kapital ist die Investition zu Beginn, welche man aufwenden müsste.

Ein gutes Beispiel hierzu, wie es in einem Unternehmen aussehen könnte:

Das Unternehmen Maier & Maier möchte einen Drucker kaufen und es gibt zwei verschiedene Alternativen. Für diese zwei Alternativen sind folgende Daten vorhanden.

Kopierer 1:
Kosten zu Beginn: 10.000 Euro
Betriebskosten pro Jahr: 2.500 Euro

Kopierer 2:
Kosten zu Beginn: 12.000 Euro
Betriebskosten pro Jahr: 2.000 Euro

Sind die Daten vorhanden, so ist auch wichtig zu wissen, dass beide Drucker eine Nutzungsdauer von 5 Jahren haben. Außerdem finanziert sich die Firma Maier & Maier den Drucker mit vier Prozent Zinsen pro Jahr bei der Bank, im Falle einer Investition. Auch die Tilgung dieses Darlehens wird über fünf Jahre laufen. Beide Kopierer sind von der Druckleistung ident und können 100.000 Stück Papier im Jahr ausdrucken. Während der Kopierer 1 eine gute Qualität hat, punktet der Kopierer 2 mit einer besseren Qualität. Daher können Kopien von 1 für 0,10 Euro und von Kopien von 2 für 0,12 Euro weiterverrechnet werden.

Zuerst berechnet man den durchschnittlichen Gewinn wie folgt:

Drucker 1:

Umsatz: 10.000 Euro (0,10 Euro x 100.000)
Abschreibung: -2000 Euro (10000 / 5 Jahre Nutzungsdauer)
Zinsen an Bank: -400 Euro
Betriebskosten: – 2.500 Euro
Summe: 5.100 Euro

Drucker 2:

Umsatz: 12.000 Euro (0,12 Euro x 100.000)
Abschreibung: -2400 Euro (12000 / 5 Jahre Nutzungsdauer)
Zinsen an Bank: -480 Euro
Betriebskosten: – 2.000 Euro
Summe: 7.120Euro

Anschließend rechnet die Rentabilitätsvergleichsrechnung die Zinsen wieder hinzu und setzt den daraus resultierenden Gewinn vor Zinsen in Verhältnis zum durchschnittlichen Kapitaleinsatz:

Nun wird die Rentabilität tatsächlich berechnet, die wie folgt einfach zu berechnen ist:
Der Durchschnittliche Gewinn von 1 vor Zinsen beträgt 5.500 Euro insgesamt und hat einen durchschnittlichen Kapitaleinsatz von 5.000 Euro. Demnach beträgt hier die Rentabilität insgesamt 110 Prozent. (5.000 dividiert durch 5.500 und das multipliziert mit 100)
Der Durchschnittliche Gewinn von 2 vor Zinsen beträgt 7.500 Euro insgesamt und hat einen durchschnittlichen Kapitaleinsatz von 6.000 Euro. Demnach beträgt hier die Rentabilität insgesamt 125 Prozent. (7.500 dividiert durch 6.000 und das multipliziert mit 100)

Demnach aus der Rechnung ergibt sich, dass der zweite Kopierer die bessere Alternative ist. Zusätzlich dazu ist aber auch nicht nur die Rentabilität in Prozent ausschlaggebend. Für ein Unternehmen ist auch oft wichtig, welche Summe Geld im Umlauf ist und besonders in das Unternehmen hineinkommt. (Cashflow)

Vorteile der Rentabilitätsrechnung:

Durch wenig Daten lässt sich schon ein nutzbare Ergebnis hinzuziehen für eine Investitionsentscheidung. Gegenüber der Gewinnvergleichs- oder der Kostenvergleichsrechnung, hat die Rentabilitätsrechnung den Vorteil, dass ein höherer unternehmerischer Nutzen bereitgestellt wird. Dazu kommt, dass mehrere Investitionen zugleich berechnet werden können und gut vergleichbar sind.

Nachteile der Rentabilitätsrechnung:

Es ist durchaus möglich, dass für die unterschiedlichen Investitionen auch unterschiedliche Zinsvereinbarungen gegeben sind. Das wird hierbei außer Acht gelassen. Außerdem wird der zeitliche Faktor außer Acht gelassen, welcher eine sehr große Rolle spielen kann.

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