Sonderbetriebsvermögen im Steuerrecht leicht erklärt + Beispiel

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Was versteht man unter dem Sonderbetriebsvermögen?

Das so genannte Sonderbetriebsvermögen kommt bei Personengesellschaften wie z.B.: einer OHG vor. Bei solchen Personengesellschaften kann das Sonderbetriebsvermögen neben dem in der Handelsbilanz ausgewiesenen Gesamthandsvermögen vorkommen. Zum Sonderbetriebsvermögen zählen vereinfacht gesagt Wirtschaftsgüter, welche einem oder mehreren Gesellschaftern selbst gehören, aber mit der Gesellschaft in Verbindung stehen. Bei dem Sonderbetriebsvermögen handelt es sich aber immer nur um eine steuerliche Zuordnung, die wirklichen Eigentümer bleiben die Gesellschafter. Zur Erfassung in der Buchhaltung muss eine Sonderbilanz oder eine Sonder-Gewinn-und-Verlustrechnung geführt werden.

Welche Arten des Sonderbetriebsvermögens werden unterschieden?

  • Sonderbetriebsvermögen I: diese Wirtschaftsgüter dienen direkt dem Betrieb der Gesellschaft.
  • Sonderbetriebsvermögen II: diese Wirtschaftsgüter bekräftigen die Beteiligung eines Gesellschafters an dem Unternehmen, wie z.B.: ein Kredit, welcher für die Beteiligung aufgenommen wurde.

Hier ein Beispiel für Sonderbetriebsvermögen:

Eine OHG hat 3 Gesellschafter. Einer der Gesellschafter vermietet der OGH einen neuen LKW (Anschaffungswert 90.000 €) für eine Nutzungsdauer von 9 Jahren. Die Miete für diesen beträgt 1.000 € (netto) pro Monat. Da der LKW direkt dem Betrieb dient, stellt er Sonderbetriebsvermögen der Klasse I dar. Diese Überlassung der Wirtschaftsgüter durch Vermietung wird steuerlich als Einlage gemäß § 4 Abs. 1 Satz 8 EStG angesehen.
Durch diese Vermietung wird die Führung einer Sonderbilanz erforderlich. Die Sonderbilanz des Gesellschafters hat zu Beginn als Aktiva die 90.000 € (Anschaffung des LKW) und auf der Passivseite auch 90.000 € (das Eigenkapital des Gesellschafters) stehen. In der Sonder-Gewinn-und-Verlustrechnung des Gesellschafters stehen dann Erträge von 12.000 € (12 x 1.000 € Miete) den Aufwendungen von 10.000 € (90.000 € für die 9 Jahre Laufzeit) gegenüber. Daraus resultiert ein Sonderbetriebsgewinn von 2.000 €. Diese Gewinne sind zum einen Einkünfte aus Gewerbebetrieb und zum anderen sind die Wirtschaftsgüter Teil des Betriebsvermögens, weshalb sämtliche Wertänderungen steuerlich erfasst werden müssen.

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