Stillhalter in VWL leicht erklärt + Beispiel

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Definition & Erklärung: Stillhalter

Stillhalter sind Personen, die gegen eine Prämie eine Option verkaufen. Der Name des Stillhalters kommt daher, dass der Verkäufer bis zur Ausübung der Option still hält. Der Stillhalter kann auf die verkaufte Option nicht mehr einwirken. Die Ausübung obliegt dem Optionskäufer. Der Käufer zahlt nur den Kaufpreis der Option.

Rechte und Pflichten eines Stillhalters

Da der Stillhalter ein gewisses Risiko eingeht, muss er einen Sicherheitseinschuss, Margin, hinterlegen, um eventuelle Verluste abzudecken. Er hat die Pflicht bei einer Call-Option, den Basiswert der Option bereitzuhalten. Bei einer Put-Option muss er das Geld bereithalten, um für den Basiswert die Option erwerben zu können. Verluste entstehen dem Verkäufer dann, wenn eine leer verkaufte Option ins Geld läuft. In diesem Fall steigt die Option bei einem Call über den Basispreis, anderenfalls fällt sie bei einem Put unter dem Basispreis. Als Stillhalter kommen Banken oder Broker zum Zuge, die im Termingeschäft tätig sind.

Stillhalter-Strategie

Eine Strategie erlaubt es dem Trader, selbst als Stillhalter zu agieren. Das funktioniert nur mit Optionen, die bankenunabhängig sind. Ausgenommen davon sind CFDs, Zertifikate, Optionsscheine oder sonstige Emittenten. Der Trader verkauft Optionen, die sich nicht in seinem Depot befinden. Bleibt die Aktie beim Kurs stabil, hat der Stillhalter einen Gewinn erzielt, der bei einem Direktkauf nicht entstanden wäre. Diese Möglichkeit besteht bei USA-Aktien, während auf dem europäischen Markt mehr Beschränkungen existieren. Bei Aktienoptionen kann man also die Seite wechseln. Alle Spezifikationen wie Underlying, Basispreis, Laufzeit bestimmt der Stillhalter selbst und das Brokerhaus kalkuliert den aktuellen Wert.

Beispiele

Ein Stillhalter verkauft T-Aktien mit einer Laufzeit von drei Monaten. Der Basispreis sei 14 Euro, der aktuelle Aktienkurs läge bei 13 Euro. Der Stillhalter würde pro Option ungefähr 0,38 Euro als Prämie erhalten. Da Optionen in Kontrakten in 100’er Stücken verkauft werden, würde der Stillhalter anfangs als Prämie 38 Euro erhalten. Sobald die Aktie den Basispreis überschreitet, also angenommen, sie läge bei 15 Euro, tritt für den Stillhalter ein Verlust von einer Differenz von 1 Euro ein. Der Optionsstillhalter müsste in diesem Fall 100 Euro am Ende der Laufzeit an den Optionskäufer zahlen. Mit der zu Beginn erzielten Prämie verrechnet, käme ein Verlust von 62 Euro zustande. Anders ausgedrückt, gewinnt der Stillhalter immer dann bei einer Call-Option, wenn die Aktie den Basispreis nicht überschreitet. Bei einer Put-Option verhält es sich umgekehrt.

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