Substitution in VWL leicht erklärt + Beispiel

Definition & Erklärung: Substitution

Substitution ist volkswirtschaftlich gesehen das Ersetzen eines Gutes durch ein anderes. Charakteristisch ist bei allen, beide Güter stiften denselben Nutzen und befriedigen dasselbe Bedürfnis.

In der Produktions- und Kostentheorie

In der Produktions- und Kostentheorie ist Substitution die vollständige oder begrenzte Ersetzung der eingesetzten Mengen an Produktionsfaktoren durch andere sogenannte substitutionale Produktionsfaktoren. Man unterscheidet wirtschaftstheoretisch zwischen den Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und Kapital. Der Faktor Boden kann durch Umwelt oder natürlichen Ressourcen ersetzt werden. Der Faktor Kapital kann Sachkapital aber auch Humankapital sein. Produktionsfaktoren stehen entweder im komplementären oder substitutiven Einsatzverhältnis gegenüber. Substitutive Produktionsverfahren können einander im Produktionsprozess ersetzen. Substitutionale Produktionsfaktoren können untereinander ausgetauscht werden, ohne dass sich die Ausbringungsmenge ändert. Das kann bei der Kostenanalyse zum Zwecke von Minimalkostenkombinationen erforderlich werden.

In der Haushalts- und Preistheorie

Hier betrifft die Substitution eine begrenzte oder vollständige Ersetzung von Nachfragemengen von marktfähigen Gütern durch andere sogenannte Substitutionsgüter. Dabei handelt es sich zum einen um Konsum- und Investitionsgüter, die in ihrer Verwendung ersetzt werden können. Hierzu gehören zum Beispiel:

  • Butter – Margarine
  • Zigaretten – Zigarillos – Zigarren
  • Weizenmehl – Roggenmehl
  • Schafwolle – Baumwolle
  • Kunstleder – Leder

Beispiele aus der Produktion sind:

  • Schrott – Eisen
  • Öl – Kohle – Gas
  • Kupfer – Aluminium
  • Dampfkraft – Elektrizität

Zum anderen führen Preiserhöhungen für ein Gut bei Substitutionsgütern zu einer gesteigerten Nachfrage und dadurch ebenfalls zu Preissteigerungen der Substitutionsgüter. Das nennt man positiver Substitutionseffekt oder positive Kreuzpreiselastizität der Nachfrage. Hierzu gibt es verschiedene Graduierungen von Substitutionsgütern. Man unterscheidet perfekte oder vollkommene Substitutionsgüter, die zur vollkommenen Ersetzung von Gütern ohne Qualitätsunterschiede und ohne zusätzliche Kosten führen. Dem gegenüber stehen die imperfekten und unvollkommenen Substitutionsgüter, die Unterschiede in Qualität und Kosten aufweisen, wie zum Beispiel Kunstleder und Leder. Das Erstere ist preiswerter, der andere länger haltbar und geschmeidiger.

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