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Umsatz & Gewinn – was ist der Unterschied?

  • by Anatoli Bauer
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Umsatz ist nicht gleich Gewinn. Ein Grundsatz der Wirtschaftslehre. Ganz gleich, wo das Thema aufkommt, der Unterschied ist wichtig zu wissen, um keine fehlerhaften Berechnungen zu erstellen. Nicht alle werden eines Tages ein Unternehmen leiten oder in der Buchhaltung arbeiten, deshalb sind hier zwei Beispiele aufgeführt, um den Unterschied zu erklären.

Umsatz und Gewinn eines Haushalts

Machen Familien monatlich einen Umsatz? Selbstverständlich. Wer berufstätig ist, muss jeden Tag eine Dienstleistung für seinen Vertragspartner erbringen und erhält am Ende des Monats dafür einen Lohn oder ein Gehalt. Leben minderjährige Kinder mit im Haushalt beziehen die Eltern für ihre Kinder vom Staat Kindergeld. Reicht das Erwerbseinkommen nicht aus, um alle Kosten des Haushalts zu decken, haben die Haushaltsmitglieder eventuell Anspruch auf staatliche Geldleistungen. Üben einige in der Familie noch einen Nebenjob aus, werden sie, sofern es sich dabei nicht um eine Volontariatstätigkeit handelt, bezahlt.

Alle Einkünfte, die ein Haushalt im Monat erzielt, sind der Umsatz und nicht der Gewinn. Vom Umsatz ist unter anderem die Einkommenssteuer abzuführen, das erfolgt direkt durch die Abführung des Arbeitgebers an das Finanzamt. Des Weiteren können für private Verkäufe Steuern erhoben werden, wenn damit ein kommerzieller Umsatz generiert wird. Privat sind von den Einnahmen die Lebenshaltungskosten abzuführen, dazu zählen die Kosten für die Unterkunft, Ausgaben für Kleidung und Lebensmittel und sämtliche weitere Kosten, die den realen Lebensbedarf des Haushalts decken. Der Gewinn ist ausschließlich das, was am Ende nach allen Abzügen übrig bleibt.

Umsatz und Gewinn einer selbstständigen Tätigkeit

Wer hauptberuflich lohn- oder gehaltsabhängig arbeitet und ein Zusatzeinkommen aus dem Verkauf von Strickwaren erzielt, muss bei der Buchhaltung seines Nebengeschäfts immer zwischen Umsatz und Gewinn unterscheiden. Umsatz ist nur das, was an Geld durch die Verkäufe eingenommen wird. Verkauft der Haushalt 100 Strickprodukte im Monat und kostet jedes der Produkte 10,00 Euro, beläuft sich der Umsatz auf 1.000,00 Euro. Das ist aber nicht der Gewinn, denn vom Umsatz sind die Kosten für die Produktherstellung abzuziehen, die sich aus dem Material und dem Energieaufwand ergeben. Des Weiteren ist die Höhe dem Finanzamt zu melden, spätestens einmal jährlich bei der Einkommenssteuererklärung. Möglich, dass davon Steuern abzuziehen sind.

Wer also die Herstellungs- und Energiekosten und einen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent abzieht, erhält den Gewinn vor Einkommenssteuer. Hier eine fiktive Rechnung für ein Strickprodukt:

Kosten für die Wolle für ein einzelnes Strickprodukt betragen 2,00 Euro. Das ist von dem Produktpreis abzuziehen, ebenso die Mehrwertsteuer in Höhe von 2,20 Euro. Abzuziehen sind 0,30 Euro Energiekosten. Dann betragen die Abzüge vor der Einkommenssteuererklärung insgesamt 4,50 Euro. Wird die Ware per Post verschickt, sind die Betriebsausgaben bei der Einkommenssteuererklärung anzugeben, wenn für das Gewerbe keine Betriebssteuern erhoben werden. Wie hoch die Abzüge der Einkommenssteuer ausfallen, hängt von der Lohnklasse ab, in der der Eigentümer des Nebengewerbes eingestuft ist. Vorsichtshalber sind pro Produkt zehn Prozent zusätzlich vom Umsatz abzuziehen, um eine anfallende Steuerschuld bezahlen zu können. Damit würde der Gewinn nach allen Abzügen 4,50 Euro betragen.

Umsatz und Gewinn eines Unternehmens

Die Rechnung von Umsatz zu Gewinn ist etwas komplexer und sollte in jedem Fall von einem Betriebswirtschaftsprüfer überprüft werden, bevor die Angaben endgültig dem Finanzamt übertragen werden. Vom Prinzip her ist das so wie bereits bei der Nebentätigkeit beschrieben, nur wesentlich umfangreicher.

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