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Unterschied zwischen Bundeskanzler und Bundespräsident – Aufklärung

  • by Anatoli Bauer
Unterschied zwischen Bundeskanzler und Bundespräsident - Aufklärung

Viele machen insgeheim keinen großen Unterschied zwischen Bunderspräsident uund Bundeskanzler. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede. Welche das sind erläutere ich hier in Stichpunkten:

Bundespräsident:

  • Das Staatsoberhaupt Deutschlands repräsentiert Deutschland in der Welt.
  • Er wird durch die Bundesversammlung gewählt
  • Amtszeit: 5 Jahre
  • Der Präsident wird nur ein einziges Mal wiedergewählt also maximal zwei Amtszeiten sind möglich.
  • Amtssitz: Schloss Bellevue aus Berlin und die Villa Hammerschmidt von Bonn
  • Bedeutende Aufgabe: Verliert der Kanzler an Vertrauen und seine Mehrheit geht verloren, löst der Bundespräsident zeitnah den bestehenden Bundestag auf.
  • Er segnet eine Regierung ab, die eine Minderheit bildet
  • Vereidigt den Kanzler
  • Segnet neue Gesetze ab
  • aktueller Amtsinhaber: Herr Steinmeier (2017)

Bundeskanzler

  • Ist Regierungschef in Deutschland
  • Wird vom Bundestag gewählt und ist vom Volk legitimiert
    Amtszeit: 4 Jahre,
  • kann sein Amt verlieren
  • kann mehrmals gewählt werden
  • Amtssitz: Bundeskanzleramt in Berlin
  • Wichtigste Aufgabe: Bundesminister ernennen sowie die Richtlinien in der Politik des Landes zu bestimmen.
  • aktuelle Amtsinhaberin: Angela Merkel (CDU) (2017)

Seit wann gibt es das Amt des Bundespräsidenten?

Im Jahr 1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland verfassungsmäßig gegründet. Mit Beginn der BRD wurde das Amt des Bundespräsidenten geschaffen. Der erste Bundespräsident war Theodor Heuss von 1949 bis 1959. Bis 2022 waren oder sind 12 Bundespräsidenten im Amt. Im Jahr 2022 ist das Frank-Walter Steinmeier, der seit 2017 im Amt ist und im Jahr 2020 für eine zweite Amtszeit vereidigt wurde und damit spätestens im Jahr 2027 aus dem Amt scheidet.

Dass der Bundespräsident Repräsentant der Republik ist, liegt an der Verfassung. In dieser sind die Aufgaben des Bundespräsidenten genau festgelegt und es ist keine Überschreitung der Kompetenzen möglich.

Warum wird der Bundespräsident nicht vom Volk gewählt?

Auch das regelt das Grundgesetz der Republik, das besagt, dass der Bundespräsident von der Bundesversammlung gewählt wird. Die Bundesversammlung setzt sich aus den Mitgliedern des Bundestages und Bundesrats zusammen. Jedes Mitglied erhält nur eine Stimme.

Wer darf zum Bundespräsidenten gewählt werden?

Jeder Bürger, der das 40. Lebensjahr vollendet hat und im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit ist, darf sich für das Amt des Bundespräsidenten vorschlagen lassen. Es wird zudem Wert auf eine tadellose Lebensführung gelegt, was Bürger als Kandidaten ausschließt, die unter anderem vorbestraft sind.

Warum gibt es zusätzlich einen Bundeskanzler?

Der Bundeskanzler ist mit einem Ministerpräsidenten in anderen Staaten gleichzusetzen. Bundeskanzler sind in einer Regierung allen Ministern überstellt. Sie legen für die Legislaturperiode die Ministerämter fest und schlagen dem Bundespräsidenten vor, mit welchen Ministerkandidaten diese besetzt werden sollen. Der Bundespräsident segnet die Kandidaten ab und kann sein Veto gegen Kandidaten einlegen, wenn dieser gravierende Gründe dafür vorlegen kann, die bescheinigen, dass der Kandidat ungeeignet ist.

Der Bundeskanzler ist für das politische „Tagesgeschäft“ der Regierung zuständig. Des Weiteren trifft dieser sich auch mit anderen Minister- und Staatspräsidenten aus dem Ausland. Die Aufgaben des Bundeskanzlers sind in der Verfassung verankert, eine Kompetenzüberschreitung ist nicht vorgesehen.

Warum wählt das Volk den Bundeskanzler nicht direkt?

Das legt das Grundgesetz fest. Bürger dürfen nur die Parteien wählen und keine Kandidaten direkt. Den Bürgern ist jedoch zuvor mitzuteilen, welche Kandidaten für welche Partei kandidieren. Wähler haben dann die Möglichkeit, die Auswirkungen der Kandidaten auf die bevorstehende Politik zu prüfen.

Wer hält das höhere Amt in Deutschland?

Das Bundespräsidialamt ist das höchste Staatsamt der Bundesrepublik Deutschland. Damit ist der Bundespräsident dem Bundeskanzler überstellt und nur dieser kann einer Entlassung des Bundeskanzlers zustimmen, um die Rechtsgültigkeit der Amtsenthebung zu gewährleisten.

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