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Was bedeutet „auf Ziel kaufen/verkaufen“ – Bedeutung & Beispiele

  • by Anatoli Bauer
Was bedeutet "auf Ziel kaufen/verkaufen" - Bedeutung & Beispiele

Unternehmen, die der Buchführungspflicht unterliegen, müssen alle anfallenden Geschäftsvorfälle aufzeichnen und die Werte gruppieren. Wann immer geschäftliche Aktivitäten anfallen, im Bereich Einkauf, Rohstoffe, Lohnzahlungen, Materialien oder Weiteren Bereichen, müssen die Unternehmen diese Geschäftsvorfälle verbuchen. Für Unternehmen besteht die Möglichkeit, Waren auf Ziel zu kaufen oder zu verkaufen. Dementsprechend werden diese Geschäftsvorfälle ordnungsgemäß verbucht. Doch was genau bedeutet auf Ziel kaufen oder verkaufen?

Aufwendungen und Erträge werden in der Buchführung erfasst

Während des laufenden Jahres verbuchen Unternehmen alle geschäftlichen Aktivitäten und sorgen für eine ordnungsgemäße Buchführung. Am Ende des Geschäftsjahres werden die Abschlussbuchungen mit Wertkorrekturen, Rückstellungen und Rechnungsabgrenzungen durchgeführt, um periodengerecht die Erfolgsermittlung durchführen zu können. Diese bilden die Grundlage für die Gewinnermittlung und für die Erstellung des Jahresabschlusses. Es sollen demnach in der Buchführung Aufwendungen und Erträge erfasst werden, sodass die gesamte Vermögens- und Finanzlage abgebildet wird. Der Aufbau und der Ablauf der Buchführung sind durch gesetzliche Regelungen vorgegeben. Im Handelsgesetzbuch, kurz HGB, findet man die Regelungen. Einzuhalten sind zudem die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung, kurz GoB.

Warenverkäufe werden auf dem Warenerlös Konto gebucht

Im alltäglichen Geschäft von Unternehmen fallen mit großer Wahrscheinlichkeit Buchungen für den Wareneinkauf und Warenverkauf an. Warenverkäufe sind dabei alle Verkäufe, die im Rahmen der betrieblichen Tätigkeit verübt werden. Sie werden auf dem Warenerlös Konto erfasst und sind in der Regel umsatzsteuerpflichtig. Hier wird zwischen zwei Steuersätzen unterschieden, je nach Warengruppe. Abgeschlossen wird das Konto über das GuV Konto, da es eine Ertragsbuchung darstellt. Bei den Warenkäufen verhält es sich ähnlich. Das sind alle Warenkäufe, die im Rahmen der geschäftlichen Tätigkeit verübt werden. Sie werden bei Barverkäufen auf dem Konto Kasse verbucht.

Waren werden erst zu einem späteren Zeitpunkt bezahlt

Verkauft man Waren auf Ziel meint man damit, dass ein Kunde die Ware zwar sofort erhält, die Rechnung aber erst zu einem späteren Zeitpunkt begleicht. Das Geld erhält das verkaufende Unternehmen später innerhalb einer bestimmten Frist. Hier sind dann auch die Begriffe Skonto und Rabatt oft zu finden. Betrachtet man den Verkauf von Waren auf Ziel aus rechtlicher Sicht, sollte man wissen, dass die verkaufte Ware im Besitzt des Verkäufers bleibt. Erst mit dem Zahlungseingang geht das Eigentum auf den Käufer über. Das kann insbesondere bei Zahlungsverzögerungen oder Zahlungsausfällen wichtig werden.

Da der Verkauf und die Zahlung nicht zum selben Termin geschehen, muss man zwei Buchungssätze aufstellen. Im ersten Buchungssatz wird der Verkauf abgewickelt. Dabei bucht man die Lieferforderungen an die Erlöse plus Umsatzsteuer. Die Bezahlung wird schließlich so gebucht, dass Bank an Lieferforderungen verbucht wird. Damit löst sich das Lieferforderungen Konto wieder auf. Verkauft man beispielsweise am 01.01 eines Jahres Waren für 100 Euro mit 19 Euro Umsatzsteuer, kommt man auf einen Gesamtbetrag von 119 Euro. Dieser wird jedoch erst am 18.01 mittels Banküberweisung bezahlt. Gebucht wird demnach am 01.01 Lieferforderungen 119 Euro an Erlöse 100 Euro und Umsatzsteuer 19 Euro. Am 18.01 bucht man dann nach Zahlungseingang Bank 119 Euro an Lieferforderungen 119 Euro.

Kauft man Waren nun auf Ziel, verhält es sich im Prinzip umgekehrt. Man kauft Waren als Kunde bei einem anderen Unternehmen und zahlt die Rechnung erst zu einem späteren Zeitpunkt. Wichtig ist auch hier zu wissen, dass man zwar im Besitz der Ware ist, aber das Eigentum beim Verkäufer verbleibt bis zur vollständigen Zahlung. Auch hier werden zwei Buchungssätze benötigt, da der Zeitpunkt des Warenkaufs nicht mit der Bezahlung übereinstimmt.

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