Was ist das Bedürftigkeitsprinzip? – Erklärung

Zunächst ist zu klären, wann eine Bedürftigkeit vorliegt. Eine Bedürftigkeit ist dann anzunehmen, wenn eine Person oder eine Familie nicht oder in nicht ausreichender Weise in der Lage ist, den eigenen Lebensunterhalt zu unterhalten. Sei es aus Arbeitslosigkeit oder anderen Gründen, was dazu führt, dass Sozialhilfe beantragt werden muss.

Die laufenden Leistungen der Sozialhilfe werden nach dem Maßstab eben dieses Bedürftigkeitsprinzips gezahlt, damit bedürftige Menschen ihren Lebensunterhalt bestreiten können.

Das Bedürftigkeitsprinzip gibt es im sozialwissenschaftlichen Kontext nicht ohne das Leistungsprinzip, was demgegenüber steht. Eine Verteilung von Gütern erfolgt nach Leistung. Dieses spiegelt sich insbesondere in der Einkommensverteilung wider. Wer mehr leistet, wird in der Regel auch mehr Lohn dafür sehen. Daraus leitet sich dann eine Leistungsgerechtigkeit ab.

In Konflikt geraten die beiden Prinzipien, da sie gegensätzlich sind. Der heutige Sozialstaat sieht im Prinzip der Bedürftigkeit eine Leistungsfeindlichkeit bei gleichzeitiger Annahme eine Leistung zu einer Pflicht zu machen.

Die Wirklichkeit des Leistungsprinzip in der heutigen Gesellschaft zu beschreiben, gestaltet sich als nicht eindeutig. Zu sehr sind die Entwicklungen gegenläufig. Denn zum einen wird das Leistungsprinzip ausgeweitet und dann wieder ausgehöhlt. Wohingegen in gesellschaftlichen Arealen, die einst nach dem Bedürftigkeitsprinzip organisiert worden sind, einen Import des Leistungsprinzips erfahren.

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