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Was ist der Freistellungsbetrag bei der Steuer? – Aufklärung

  • by Anatoli Bauer
Was ist der Freistellungsbetrag bei der Steuer

In Deutschland wird für Zinsen, Dividenden und realisierte Kursgewinne die Abgeltungssteuer zuzüglich des Solidaritätszuschlages und der Kirchensteuer direkt vom Finanzinstitut an das Finanzamt abgeführt. Die Abgeltungssteuer beträgt in Deutschland derzeit 25%. Bei der Berechnung der Steuern werden die Gewinne mit den Verlusten verrechnet. Für die Kapitalerträge besteht ein Freibetrag, in welchem keine Steuern an das Finanzamt abgeführt werden müssen.

Wie hoch ist dieser Freistellungsbetrag?

Jedem Sparer steht ein Freibetrag von 801EUR pro Jahr zur Verfügung. Wenn Sie mit Ihrem Ehepartner zusammenveranlagt sind, erhöht sich der Freibetrag auf 1.602EUR pro Jahr. Das bedeutet, dass bis zu diesem Betrag keine Steuern auf Kapitalerträge bezahlen müssen. Haben Sie keinen Freistellungsauftrag bei Ihrer Bank gestellt oder reichte dieser nicht aus, können Sie sich die zu viel bezahlten Steuern über die Steuererklärung rückerstatten lassen.

Was ist bei der Stellung des Freibetrages/Freistellungsauftrages zu beachten?

Den Freistellungsauftrag können Sie ganz einfach bei Ihrer Bank stellen. Dieser gilt automatisch für alle Konten und Depots bei der Bank, bei welcher Sie diesen gestellt haben. Besitzen Sie bei mehreren Banken Konten oder Depots, können Sie den Freibetrag splitten. Dabei ist dringend darauf zu achten, dass Sie den Freibetrag von 801EUR bzw. 1.602EUR insgesamt nicht überschreiten. Die Freibeträge werden vom zuständigen Finanzamt abgeglichen und geprüft, ob ein überschrittener Freibetrag vorliegt. Ist dies der Fall, kann es zu einer Ordnungsstrafe kommen. Sollten jedoch die Kapitalerträge unter dem Freibetrag liegen, stellt es sich als weniger problematisch dar. Nichtsdestotrotz sollten Sie bei der Beantragung stets darauf achten, den Freibetrag nicht zu überschreiten oder die Beträge anpassen.

Der Freistellungsauftrag kann bis zum 31.12. des jeweiligen Kalenderjahres beantragt oder geändert werden und gilt für den Zeitraum vom 01.01. bis 31.12., dabei kann dieser befristet oder bis auf Weiteres gestellt werden. Es ist jedoch darauf zu achten, dass Sie die Stellung oder Änderung bis zum letzten Bankarbeitstag vornehmen müssen. Manche Banken setzen, aufgrund der Bearbeitungsphase, eine frühere Frist. Informieren Sie sich hierfür direkt bei Ihrer Bank. Nachträglich kann der Freistellungsauftrag nicht mehr beantragt werden.

Bei Minderjährigen ist darauf zu achten, dass beide Erziehungsberechtigten den Freistellungsauftrag unterzeichnen müssen. Als Ehepaar können Sie den Freistellungsauftrag einzeln (801EUR) oder zusammenveranlagt (1.602EUR) beantragen. Ob eine Einzel- oder Zusammenveranlagung sinnvoll ist, ist von der jeweiligen Situation abhängig und bei Fragen, wenden Sie sich an Ihren Bankberater. Bei einem zusammenveranlagten Freistellungsauftrag müssen beide Ehepartner unterschreiben.

Bei der Beantragung des Freistellungsauftrages bei Ihrer Bank, müssen Sie die 11-stellige Steueridentifikationsnummer vorlegen. Diese wurde Ihnen nach der Geburt zugesandt. Außerdem ist diese auf der letzten Steuerbescheinigung zu finden. Haben Sie bereits einen Freistellungsauftrag bei der Bank, überprüfen Sie bitte, ob dieser die Steueridentifikationsnummer bereits vorliegt, da ansonsten Ihr Freistellungsauftrag nicht gültig ist und dieser nicht greift.

Wie wird der Freistellungsauftrag gekündigt?

Den Freistellungsauftrag können Sie zwar jederzeit bei Ihrer Bank abändern, jedoch ist eine Kündigung nur zum Jahresende (31.12.) möglich. In diesem Fall können Sie den Betrag für das laufende Jahr auf ein Minimum absenken und die Löschung zum Jahresende vormerken. Der restliche Freibetrag kann auf die anderen Banken verteilt werden.
Wenn Sie das Konto bei der Bank auflösen, achten Sie darauf, dass Sie den Freistellungsauftrag gesondert kündigen müssen, da dies nicht automatisch vorgenommen wird und als nicht in Anspruch genommene Freistellung bestehen bleibt.

Was ist die Alternative der Nichtveranlagungsbescheinigung?

Die Nichtveranlagungsbescheinigung kann bei dem jeweils zuständigen Finanzamt beantragt werden und ist für Personen, welche Einkünfte von 9.744EUR für Alleinstehende und 19.488EUR für Ehepaare nicht überschreiten. Die Bescheinigung ist 3 Jahre gültig, jedoch müssen Einkommensänderungen beim Finanzamt angezeigt werden. Wurde diese Bescheinigung eingereicht, muss keine Abgeltungssteuer auf die Kapitalerträge gezahlt werden. Dafür reichen Sie diese einfach bei Ihrer zuständigen Bank ein.

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