Was ist ein Sollzins? – Erklärung & Beispiel

Sollzins verständlich & knapp definiert

Der Sollzins, welcher auch als aktiver Zins bekannt ist, ist der Zinssatz mit dem zum Beispiel eine Darlehenssumme verzinst wird. Hier bleiben die Darlehenskosten unberücksichtigt.

Zu erwähnen ist, dass der Sollzins variabel ist und sich dem entsprechenden Marktniveau stetig anpasst.

Er dient zudem der Berechnung der Kreditzinsen, welche für eine Überziehung des Girokontos anfallen. Grundlage ist der Sollsaldo des Girokontos.

Die Berechnung erfolgt dabei ab dem ersten Tag an dem das Girokonto überzogen wurde bis zu dem Tag, bis der vollständige Saldo ausgeglichen ist. Dieser Sollzins wird dem Girokonto beim Rechnungsabschluss belastet.

Arten des Sollzinses

Laut Gesetz gibt es eine klare Definition des Sollzinses. Der Kreditnehmer muss diesen an die Bank zahlen, da er eine bestimmtes Kapital auf bestimmte Zeit von dieser überlassen bekommt. Es ist jedoch zu unterscheiden zwischen dem gebundenen Sollzins sowie dem variablen Sollzins. In Deutschland ist der gebundene Sollzins eher auf dem Markt anzutreffen. Hier bleibt der Sollzins während der Rückzahlungsdauer konstant gleich hoch, unabhängig davon wie sich der Zinssatz auf dem Markt entwickelt. Der variable Sollzins hingehen, wird im Abstand von drei Monaten permanent der Marktentwicklung angepasst.

Der Begriff Sollzins wurde im übrigen ursprünglich nur für die Kreditzinsen im Zusammenhang auf die Überziehung eines Girokontos verwendet. Inzwischen ist dieser Begriff aber Synonym für viele Arten von Zinsen.

Unterschied Sollzins und Effektivzins

Unterschieden werden muss der Sollzins sowie der Effektivzins. Der Effektivzins beinhaltet alle Kosten, die der Kreditnehmer für die Erlangung eines Kredites tragen muss. Hier werden Kosten, wie zum Beispiel die Kontoführungsgebühr oder Bereitstellungszinsen mit einkalkuliert. Um Kreditangebote effektiv zu vergleichen, ist die Nutzung des Effektivzins ratsam.

Bearbeitungsgebühren wurden bis vor kurzem mit in die Berechnung des Effektivzins herangezogen. Laut einem Urteil des Bundesgerichtshof ist dies aber unzulässig und diese Kosten sind von der jeweiligen Bank zu tragen. Diese Kosten werden momentan über den Sollzins abgerechnet. Ausgewiesen müssen sie jedoch nicht.

Sollzins – Beispiel

Jemand benötigt einen Kredit über 5.000 Euro. Die Bank möchte dafür 5 % Sollzinsen pro Jahr. Im ersten Jahr würden also – bei jährlicher Tilgung – 250 Euro an Zinsen auflaufen. Da aber auch ein Konto geführt werden muss, welches 50 Euro pro Jahr kostet, betragen nun die effektiven Kosten im ersten Jahr also insgesamt 550 Euro und liegen somit bei insgesamt 6 %.

Sollzins – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Der Sollzins sind die Kosten eines Kredits für die Überlassung von Geld
  • es gilt zu unterscheiden zwischen einem gebunden sowie variablen Sollzins
  • alle Kosten für einen Kredit werden im Effektivzins ersichtlich, nicht im Sollzins

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