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Was ist ein Treuhandfond? – einfache Erklärung

  • by Anatoli Bauer
Was ist ein Treuhandfond

Treuhandfonds dienen zur geregelten Vermögensverwaltung nach einem festgelegten Zweck. Sie sind ein beliebtes Mittel für die Verwendung und gezielte Weitergabe von Vermögenswerten einer entsprechend wohlhabenden Klientel zum Beispiel an Erben, Wohltätigkeitsorganisationen, Stiftungen oder auch Stipendien.

Die Anlageform Treuhandfonds: Zweck und Besonderheiten

Wer einen Treuhandfonds einrichten möchte, beabsichtigt einen Teil seines Vermögens auf bestimmte Weise erst einmal zu verwahren und zu einem festgelegten späteren Zeitpunkt, an bestimmte Personen wie Erben oder Organisationen zu übertragen.

Wer für die treuhändische Verwaltung so eines Fonds verpflichtet ist, wird durch den Treugeber bestimmt und entsprechend vertraglich geregelt. Diese verwaltende Person wird Treuhänder genannt. Dies können Privatpersonen, insbesondere Verwandte, Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater oder Vermögensverwalter des Vertrauens sein.
Alle relevanten Dinge wie Zweck, Verwendung der Mittel, Zeitpunkt der Verfügung, Treuhänder und Empfänger werden in einem Vertrag geregelt. Dafür wird ein Rechtsanwalt oder Notar beauftragt.

Das zu verwahrende Geld in einem Treuhandfonds wird auf ein spezielles Konto, ein sogenanntes Treuhandkonto, gelegt. Auch Vermögenswerte anderer Asset-Klassen wie Immobilien, Aktien, Beteiligungen, Kunstgegenstände und Sammlerstücke können auf einen Treuhandfonds übertragen werden.

Wichtig: Der Kontoinhaber ist der Treuhänder. Er ist jedoch nicht der Eigentümer des Geldes, obwohl er als einzige Person eine direkte Zugriffsberechtigung auf das Konto hat.
Der Treuhänder haftet für das Vermögen, das er treuhändisch zu verwalten. Für jeden Treuhandfonds beziehungsweise das damit verbundene Treuhandkonto wurde für diese Regelungen ein Vertrag in einer bestimmten Form erstellt und unterzeichnet.

In der Praxis unterscheidet man meist nochmal zwischen verschiedenen Kontotypen bei einem Treuhandfonds

  • Anderskonto
  • Offenes Treuhandkonto
  • Verdecktes Treuhandkonto

Zweck und Vorteile von Treuhandkonten

Ein Treuhandfonds kann Vermögenswerte verschiedener Klassen wie Bargeld, Aktien, Immobilien etc. enthalten. Für das zu verwaltende Geld wird dafür ein spezielles Treuhandkonto eröffnet.
Ein Treuhandkonto ist beliebtes Mittel zur Kontrolle von Erbschafsangelegenheiten. Wenn zum Beispiel ein minderjähriger Nachkomme Geld aufgrund eines Testamentsanspruches bekommen soll sobald er Volljährig ist, wird dieses solange auf einem Treuhandkonto vom Treuhänder angelegt.

Der Erbe bekommt das Geld sobald er volljährig ist, samt Zinsen. Dann darf er auch frei über das Geld verfügen, sofern es im Vertrag nicht anders geregelt wurde.
Auch ist ein Treuhandkonto oft beim Verkauf von Grundstücken oder Immobilien notwendig. Der beauftragte Notar richtet hierfür ein sogenanntes Anderkonto ein, auf welches der Käufer einer Immobilie den vereinbarten Kaufbetrag einzuzahlen hat.
Der Verkäufer hat somit die Sicherheit, dass das Geld eingegangen ist, auch wenn er vorerst noch nicht darauf zugreifen kann.

Erst wenn der der Verkauf vollständig abgewickelt ist, gilt der Käufer als Besitzer der Immobile. In der Regel mit Eintrag der Grundschuld. Wenn die ganze Transaktion doch noch aus irgendwelchen Gründen nicht zustande kommen sollte, ist das Geld nicht verloren, sondern sicher verwahrt auf dem Treuhandkonto.

Sogenannte offene Treuhandkonten lassen erkennen, wer die treuhändischen Partner des Kontos sind. Bei einem verdeckten Treuhandkonto ist das nicht bekannt, wie der Name bereits vermuten lässt.
Typische offene Treuhandkonten sind zum Beispiel Konten für Mietkautionen oder Restvermögen aus einer Insolvenz.

Anderskonten sind auch eine besondere Form von Treuhandkonten, die ausschließlich von Notaren, Rechtsanwälten oder Wirtschatsprüfern eröffnet werden können. Das Geld bleibt auch bei einer Insolvenz des Kontoinhabers unangetastet.

Generell gilt für Treuhandkonten:

  • Kontoinhaber eines Treuhandkontos verwaltet treuhändisch fremdes Vermögen
  • der Treugeber, also der eigentliche Besitzer hat keinen Zugriff auf das verwaltete Kapital
  • Zinserträge eines Treuhandkontos müssen versteuert werden
  • Banken übernehmen keinerlei Haftung für Treuhandkonten

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