Was ist ein Werkvertrag? – Erklärung & Beispiel tz12

Nach §§ 631 ff. des BGB spricht man dann von einem Werkvertrag, wenn ein Werkunternehmer (der Erzeuger einer Ware oder Erbringer einer Dienstleistung) mit einem Besteller (Kunden) einen beidseitigen Vertrag zur Lieferung bzw. Fertigung dieses Werks gegen eine definierte Vergütung, schließt.

Das beinhaltet der Vertrag

Der Werkunternehmer muss also ein bestimmtes Werk liefern, das zuvor meist möglichst genau definiert wurde. Der Vertrag soll dabei beispielsweise ergänzt werden um Zeichnungen oder Pläne zur möglichst exakten Anfertigung nach Kundenwunsch. Wenn es sich um ein Werk handelt, das nach Fertigung nicht greifbar ist in seiner Form, so betrifft dies überwiegend Projekte im IT-Umfeld, z.B. Programmierung einer App oder Erstellen einer Software. Aber auch hierfür sollten vorab Pläne und Richtlinien zur zu erreichenden Qualität und Eigenschaft festgelegt werden.

Auch die Beförderung von Waren und Personen ist meist in einem Werkvertrag festgehalten, weil sich die Transportstrecke sehr genau zuvor definieren lässt.

Darum sind die Inhalte so wichtig

Der Werkvertrag ist deshalb ein Werkvertrag, weil sich sehr exakt bestimmten lässt, was der Besteller bzw. der Kunde erwartet und was der Werkunternehmer zu liefern hat. So kann beispielsweise bei der Bestellung eines Möbelstücks vorab genau definiert werden, welche Größe, Länge und welches Gewicht dieses haben soll. Das gilt auch für die Beauftragung eines Bauunternehmens für den Bau eines Hauses: Am Ende kann der Auftraggeber sehr genau messen, ob er das bekommen hat, was er bestellt hat.

Genau deshalb ist auch wichtig, dass die Regelungen zur Bezahlung ebenso akribisch im Vertrag festgelegt sind. So sollte dort beispielsweise stehen, wann welche Zahlungen zu leisten sind (z.B. x Prozent nach einem bestimmten Baufortschritt).

Gibt es hingegen keine vertragliche Regelungen, so greifen automatisch § 632 und § 641 BGB für die Zahlungsmodalitäten, sowie $ 634 BGB für Garantieleistungen und § 649 BGB für die Kündigungsbedingungen. Für Architekten und Ingenieure greift hingegen die HOAI – die spezielle Honorarordnung dieser Berufsgruppen.

Das gesetzliche Leitbild zum Werkvertrag

  • – Der Auftragnehmer verpflichtet sich, nach Vorgaben des Auftraggebers (z.B. durch Bildvorlage, Pläne, Zeichnungen oder mündlicher Art)ein Werk zu erstellen.
  • – Hierzu wird ein Honorar bzw. eine Vergütung vereinbart, entweder pauschaler Art oder je nach fertig gestelltem Gewerk oder pro Stück.
  • – Sind Mängel festgestellt worden, so hat der Ersteller zunächst die Pflicht der Nachbesserung. Führt auch diese nicht zum gewünschten Ergebnis, besteht für den Besteller ein Kündigungsrecht.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here