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Was ist eine GdbR? Rechtsform leicht erklärt

  • by Anatoli Bauer
Was ist eine GdbR

Eine GbR, auch GdbR genannt, ist eine Unternehmensrechtsform. Welche Voraussetzungen gegeben sein müssen und was der Inhalt einer solchen Gesellschaft ist, wird in diesem Artikel beschrieben.

Was ist eine GbR, bzw. BGB-Gesellschaft?

Eine BGB-Gesellschaft entsteht, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Diese Voraussetzungen sind im BGB, dem Bürgerlichen Gesetzbuch, unter Paragraf 705 definiert.
Der Paragraf 705 sagt in etwa folgendes aus: Durch den Gesellschaftervertrag verpflichten sich die Gesellschafter gegenseitig, die Erreichung eines gemeinsamen Zwecks durch die in dem Vertrag festgelegte Art und Weise zu fördern. Insbesondere durch Leistung von festgelegten Beiträgen.

Zusammengefasst und einfach erklärt bedeutet dies, dass mindestens zwei Personen durch einen Gesellschaftervertrag eine vertragliche Vereinbarung beschließen. Der vertragliche Zusammenschluss kann auch aus mehr als zwei Personen bestehen. Den Gesellschaftern.
Im Normalfall bestehen diese Personen aus natürlichen Personen. Eine GbR kann jedoch auch durch juristische Personen gegründet werden.1

Wie wird eine GdbR gegründet?

Die Grundlage ist hier also ein Gesellschaftervertrag. Durch diesen verpflichten sich die teilnehmenden Gesellschafter gegenseitig. Es wird also im ersten Schritt eine Regelung untereinander getroffen.
Im zweiten Schritt verpflichten sich die Gesellschafter, einen gemeinsamen Zweck zu fördern. Dies muss nicht zwangsweise ein wirtschaftliches Ziel, wie beispielsweise der Gründung eines Onlineshops sein. Der gemeinsame Zweck kann auch der Unterhalt oder Instandhaltung einer Wohnung oder eines Hauses sein.
Entscheidend ist, dass die Förderung des Zwecks der Gesellschaft im Vertrag festgehalten wird und durch alle Parteien dementsprechend gefördert wird.

Ein Vertrag muss nicht zwangsweise schriftlich fixiert werden. Sobald sich zwei Parteien, also zwei Gesellschafter zusammentun und ein gemeinsames Ziel verfolgen, kann bereits von einer GbR gesprochen werden.
Ein anschauliches Beispiel ist die Gründung einer Tippgemeinschaft. Zweck ist es hier, das gemeinsame Spielen von Lotto. Dies muss nicht unbedingt mit einem schriftlichen Vertrag festgehalten werden. Es wird, wenn auch nur mündlich, eine vertragliche Vereinbarung getroffen.
Die Rechtsfolgen daraus ergeben sich auch aus dem Gesetz. Sollte tatsächlich ein Gewinn aus der Abgabe der Lottoscheine entstehen, muss dieser zwischen allen Parteien aufgeteilt werden. Der Rechtsanspruch entsteht somit bei allen Gesellschaftern. Auch, wenn eine der Personen seinen Beitrag zu Erreichung des Ziels nicht vollständig oder vollumfänglich erbracht hat.

Dies führt oft zu Problemen bei einer BGB-Gesellschaft. Die häufigste Ursache für das Scheitern einer GbR ist der Streit untereinander. Oft ist es nicht klar, wie genau die Beiträge zur Förderung des gemeinsamen Zwecks definiert sind und wie viel jeder zu leisten hat.

Der Gesellschaftervertrag

Um diese Unklarheiten, die im Laufe der Existenz einer BGB-Gesellschaft entstehen können zu beseitigen, ist es absolut zu empfehlen den Gesellschaftervertrag schriftlich festzuhalten.
Der Zweck und die zu leistenden Beiträge, welche nicht unbedingt einen monetären Hintergrund haben müssen, sondern auch das erbrachte Engagement sein können, sollten hier unbedingt exakt und schriftlich fixiert sein. Was sind die Aufgaben eines jeden einzelnen und welche Folgen ergeben sich daraus.

Ein weiterer wichtiger Punkt, welcher nicht außer Acht gelassen werden darf ist, dass jeder Gesellschafter vollumfänglich für die Verbindlichkeiten einer GbR haftet. Dies tritt vor allem in dem Fall auf, wenn die Gesellschaft Schulden macht.
Gesellschafter können somit durch ihr Privatvermögen gegenüber Gläubigern haftbar gemacht werden. Eine Ausnahme besteht in einer Sonderform der BGB-Gesellschaft, nämlich wenn diese mit mehreren juristischen Personen gegründet wird.

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