Was ist eine Sperrminorität? – Definition & Erklärung

Durch die Sperrminorität ist die Möglichkeit gegeben, ein beantragtes Endergebnis einer Abstimmung abzuwehren – auch bei Minderzahl der eigenen Anteile. Unter der sogenannten Minorität versteht man die Unterlegenheit eines Abstimmungsteilnehmers. Dieser hat weniger als die Hälfte der Gesamtstimmenanzahl inne. Unter der sogenannten Majorität versteht man die Überlegenheit der Teilnehmer. Diese haben den Rest der Stimmen inne. Ihren Ursprung haben beide Worte aus dem Latein.

Die Aktiengesellschaft

Die Anleger von Aktien können über bestimmte Entscheidungen während großen Versammlungen abstimmen. Der Anteil zur Abstimmung berechtigten wird nach Größe der jeweiligen Einlage bestimmt. Bei manchen Anträgen ist eine Mehrheit von 75 Prozent notwendig. Erforderlich ist diese beispielsweise bei Änderungen der Satzung der Aktiengesellschaft. Man spricht von der Sperrminorität, wenn den Anleger das Ergebnis zum positiven oder negativen beeinflussen könnte. Hat er beispielsweise eine Stimmberechtigung von 27 Prozent und es sind 75 Prozent zur Abstimmung notwendig, kann dieser Anleger das Geschehen entscheiden. Ohne seine Zustimmung könnten die 75 Prozent nicht erreicht werden.

Der Gesetzgeber

Bei der Gesetzgebung lässt sich ein ähnliches Beispiel finden. Bei der Abstimmung über die Entstehung von einfachen Gesetzen ist eine Mehrheit von mindestens 50 Prozent zur Verabschiedung notwendig. Geht es jedoch um eine Änderung der Verfassung, so ist eine Mehrheit von 75 Prozent von Nöten. Durch die Sperrminorität erhalten so auch kleinere Parteien der Opposition eine wichtige Position.

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