Was ist eine Thesaurierung? – Erklärung & Beispiel

Unter Thesaurierung versteht man den Prozess, dass erwirtschaftete Gewinne einer Fonds- oder Aktiengesellschaft (AG) nicht in Form von Dividenden ausgeschüttet werden.
Fondgesellschaften nutzen das einbehaltene Kapital meist um das Fondvermögen zu erhöhen.

Der Geschäftsvorgang eines Unternehmens, die erwirtschafteten Gewinne einzubehalten und nicht auszuschütten wird allgemein als Thesaurierung bezeichnet. Im Bereich der Kapitalerwirtschaftung wird dieses Geld im Bereich des Eigenkapitals in Form der Selbstfinanzierung gutgeschrieben. Daher nennt man diesen Prozess auch Gewinnthesaurierung.

Wie werden die Gewinne verwendet?

Allgemein unterscheidet man zwei Strategien, wie die Unternehmen mit dem erzielten Kapital vorgehen. Entweder wird es an die Anteilseigner in Form von Dividenden ausgeschüttet oder es wird zur Erhöhung des eigenen Eigenkapitals im Unternehmen einbehalten. Die damit erzielten Gewinne können dann für verschiedene Projekte eingeplant werden.

Ein Beispiel soll letzteres Vorgehen erläutern: Ein Autohersteller (AG) könnte in den letzten beiden Quartalen über 25 Millionen Euro an Gewinn erwirtschaften. In der Vollversammlung wird den Aktionären mittgeteilt, dass im kommenden Jahr keine Dividenden ausgeschüttet werden, da 20 Millionen Euro in den Bau einer neuen Produktionsanlage gesteckt werden sollen. Das restliche Kapital wird zum Ausgleich der Schuldenrate verwendet. Eine bessere Eigenkapitalquote erleichtert die Wiederaufnahme von Krediten.

Vor- Nachteile von Thesaurierung

Der einzige Nachteil kann auf Seiten der Anteilseigner verzeichnet werden. Diese müssen auf eine Gewinnbeteiligung verzichten. Das Unternehmen selbst halt eigentlich nur Vorteile durch Einbehalten des Kapitals. Zum einen können Sie Kredite tilgen und damit ihre Eigenkapitalquote verbessern. Diese ist meist ausschlaggebend für Kreditinstitute bei der Entscheidung zur Gewährung weiterer Kredite. Wird es ins Eigenkapital investiert, kann das Geld langfristig für andere Projekte genutzt werden.

Der Unterschied zwischen verdeckter und offener Thesaurierung

Die offene Thesaurierung wird direkt aus der Bilanz ersichtlich. Bei der verdeckten Thesaurierung hingegen werden absichtlich Passivposten schlechter bewertet oder Aktivposten überbewertet. Dadurch werden stille Rücklagen gebildet, die zum Nachteil des Unternehmens nicht zur Korrektur des Marktes herangezogen werden.

Thesaurierung im Investmentfond

Hier findet der Begriff der Thesaurierung besondere Bedeutung. Fonds, bei denen die Gewinne nicht ausgeschüttet werden, bezeichnet man auch als thesaurierende Fonds. Die Gewinne werden wieder in den Fond reinvestiert, dadurch sollen die Gewinne für die kommende Ausschüttung weiter erhöht werden.

Zusammenfassung der Thematik der Thesaurierung

  • Thesaurierung bezeichnet das nicht Ausschütten von erwirtschafteten Gewinnen
  • Einbehaltene Gewinne werden vom Unternehmen zur Eigenkapitalverbesserung genutzt
  • Investmentfonds, die ihre Gewinne nicht ausschütten nennt man thesaurierende Fonds

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