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Was ist eine UG (haftungsbeschränkt)? – einfache Erklärung

  • by Anatoli Bauer
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In Deutschland gibt es verschiedene Formen von Personen- und Kapitalgesellschaften. Gründer stehen vor der Frage, welche Unternehmensform für das Unternehmen infrage kommt. Dabei kommt es oft auf die Anzahl der Gründer und Notwendigkeit der Haftungsbeschränkung an. Eine zu Beginn häufig gewählte Unternehmensform ist die UG (haftungsbeschränkt), auch Mini-GmbH oder 1 EUR – GmbH genannt.

Persönliche Haftung bei allen Personengesellschaften

Möchten einzelne oder mehrere Personen ein Unternehmen in Deutschland gründen, stehen sie vor der Wahl der Unternehmensform. Zunächst gibt es Personengesellschaften, welche als Einzelgründer oder von mehreren Gründern gegründet werden können. Am bekanntesten ist die Rechtsform des Einzelkaufmanns. Weitere Unternehmensformen sind die GbR auch Gesellschaft bürgerlichen Rechts, die KG auch Kommanditgesellschaft und die OHG auch Offene Handelsgesellschaft. Geregelt sind diese Personengesellschaften im HGB und im BGB. Ein Merkmal dieser Unternehmensformen ist, dass die Haftung des Inhabers unbeschränkt ist. Der Gründer haftet nicht nur mit dem Vermögen des Unternehmens, sondern auch mit seinem Privatvermögen. Wer nicht mit dem Privatvermögen haften möchte, sollte eine Kapitalgesellschaft gründen.

Haftungsbeschränkungen bei allen Kapitalgesellschaften

Wenn eine Kapitalgesellschaft gegründet werden soll, kann die UG (haftungsbeschränkt), die GmbH und die AG gewählt werden. Weitere Sonderformen wie die GmbH & Co. KG oder KGaA sind möglich. Diese Unternehmensformen haben alle gemeinsam, dass die Inhaber und Gründer von der privaten Haftung befreit sind. Die GmbH auch Gesellschaft mit beschränkter Haftung ermöglicht die Gründung durch einzelne oder mehrere Personen. Dabei wird zur Gründung ein Stammkapital von 25.000 Euro benötigt. Ist eine Einlage von 25.000 Euro nicht möglich, kommt die UG (haftungsbeschränkt) infrage. Die UG ist in ihrem Wesen gleich wie eine GmbH und wird auch Mini-GmbH oder 1 EUR – GmbH genannt. Die UG auch Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), kann mit einer Stammeinlage von 1 Euro bis 24.999 Euro gegründet werden.

UG als Pendant zur englischen Limited eingeführt

Im Jahr 2008 wurde eine Abwandlung der GmbH eingeführt – die UG (haftungsbeschränkt). Sie soll das deutsche Pendant zur in England möglichen Rechtsform Limited sein. Bis dato haben viele deutsche Unternehmer ihr Unternehmen im Ausland als Limited gegründet. Durch die UG ist es nun möglich, eine kleinere Variante der GmbH in Deutschland zu gründen. Die Regelungen der UG (haftungsbeschränkt) finden sich im GmbHG. Die UG ist wie die GmbH eine eigenständige juristische Person und kann Verträge abschließen. Gerade zu Beginn haben viele Gründer keine ausreichenden finanziellen Möglichkeiten eine vollständige GmbH zu gründen. Durch die UG wird Gründern die Möglichkeit gegeben, mit einer kleineren Einlage zu gründen. Obwohl oft davon gesprochen wird, dass eine UG (haftungsbeschränkt) mit gerade einmal einem Euro gegründet werden kann, sollte mit circa 150 Euro zur vollständigen Gründung gerechnet werden. Gegründet werden kann die UG als Ein-Mann-UG. Die UG erhält einen eigenen Firmennamen, der in das Handelsregister eingetragen wird. Dabei darf der Name nicht irreführend oder wettbewerbsrechtlich verboten sein. Wichtig ist es immer den Zusatz (haftungsbeschränkt) anzugeben, da sonst eine Straftat begangen wird. Das Gegenüber muss immer über die Haftungsbeschränkung in Kenntnis gesetzt werden. Die zwingende Angabe des Zusatzes (haftungsbeschränkt), kann ein Nachteil der UG sein. Lieferanten können den Zusatz unter Umständen als abschreckend auffassen, da dies für sie im schlimmsten Fall bedeuten könnte, dass sie bei Zahlungsschwierigkeiten der UG (haftungsbeschränkt) auf ihren Rechnungen sitzen bleiben.

Private Haftung trotz Haftungsbeschränkung möglich

Eine Haftungsbeschränkung auf das private Vermögen kann in bestimmten Szenarien aufgehoben werden. Wenn ein Gesellschafter der UG (haftungsbeschränkt) privat als Bürge für Kredite oder sonstige Verbindlichkeiten eingesprungen ist, kann er in diesem Szenario trotzdem mit seinem privaten Vermögen haften. Weiter kann es sein, dass ein Gesellschafter privat belangt werden kann, wenn er beispielsweise Betrugsdelikte begangen hat. Straffälliges Verhalten kann trotz Haftungsbeschränkung jederzeit zur privaten Haftung führen. Ein weiteres Szenario, das zur privaten Haftung führen kann, ist ein Fehlverhalten des Geschäftsführers. Werden Pflichtverletzungen begangen, die im Rahmen der Tätigkeiten des Geschäftsführers entstanden sind, haftet der Geschäftsführer vollumfänglich mit seinem Privatvermögen.

Steuervorteile durch den Zusatz gemeinnützige gUG

Die GmbH kann als gemeinnützige gGmbH gegründet werden. Bei der kleinen Schwester der UG (haftungsbeschränkt) ist dies ebenfalls möglich. Auf Wunsch kann eine sogenannte gUG (haftungsbeschränkt) gegründet werden. Die gemeinnützige UG ist eine Sonderform der gGmbH. Daher werden die gleichen Vorschriften wie bei der gGmbH bei der gUG angewendet. Durch den Faktor der Gemeinnützigkeit ergeben sich Steuervorteile. Es fallen keine Körperschafts- oder Gewerbesteuer an. Den Zusatz g dürfen Unternehmer verwenden, wenn beispielsweise Themenfelder wie die Jugend- und Altenhilfe, Umwelt- und Tierschutz oder auch der Verbraucher- und Denkmalschutz angesprochen werden.

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