Home » BWL » Lexikon » Gruppenfertigung leicht erklärt – Merkmale, Vor- & Nachteile + Beispiel

Gruppenfertigung leicht erklärt – Merkmale, Vor- & Nachteile + Beispiel

  • by Anatoli Bauer

Gruppenfertigung hört man in Zusammenhang mit Produktion immer wieder, doch was hat es damit auf sich? Wie ist das gemeint und wie unterscheidet es sich von der Fließfertigung?

Die Gruppenfertigung

Gelegentlich ist es nicht praktikabel, die Fließfertigung in einer Art und Weise einzusetzen, die ausreicht, um etwas herzustellen. Deshalb werden manchmal Arbeitsschritte, Maschinen und Werkzeuge in Gruppen zusammengefasst und die einzelnen Arbeitsschritte werden innerhalb der Gruppe von den Mitarbeitern in Eigenregie genutzt, verwaltet und abgearbeitet. Man spricht dabei auch von einer „Fließinsel“, weil es in der Komplexität der einzelnen Schritte zwar der Fließfertigung überlegen ist, aber doch derselben größeren Struktur folgt. Haben die einzelnen Gruppen etwas zusammengebaut, wird das mit dem Produkt der anderen Gruppen zusammengesetzt und das ganze Produkt ist geschaffen worden.

Die Arbeiter erhalten einen komplexeren Überblick über das Produkt und die Abläufe und können auch eigenständiger entscheiden und es kann im Gegensatz zur Fließproduktion zu einer höheren Qualität führen.

Vorteile

  • Die Arbeiter fühlen sich ernstgenommen, können sich mehr ausleben und Eigenverantwortung an den Tag legen, wodurch sich der Mensch wohler fühlt und besser arbeitet.
  • Die Produktion ist übersichtlicher, schneller erklärt und kann so leichter kontrolliert werden.
  • Die Transportwege sind nur gering und auch die Lagerkosten halten sich auf einem Minimum, da schneller gefertigt wird und man schnell zum Endresultat gelangt.
  • Man ist flexibler als in der Fließfertigung, da sich die Gruppen besser anpassen können.

Nachteile

  • Die Flexibilität ist noch nicht so gut, wie sie sein könnte, um auf rasche und globale Marktschwankungen und Rohstoffknappheiten zu reagieren. Fehlt ein Bauteil, kommt eine Gruppe nur schwer bis gar nicht voran.
  • Spezialisten sind hier nicht wirklich zu gebrauchen, denn jeder Mitarbeiter innerhalb und außerhalb einer Gruppe muss sich mit den einzelnen Schritten auskennen und etwas beitragen können und dafür größeren Überblick und „Ahnung“ von dem haben, was er tut.
  • Werkzeuge, Maschinen oder ähnliche Komponenten könnten mehrfach in jeder Gruppe vorhanden sein und damit ist die Effizienz gemindert.

Beispiele

Man könnte verschiedene Produktionen der Möbelfertigung hier als Beispiele anführen.

Aber auch das Programmieren innerhalb eines Start-Ups zum erstellen einer App kann unter diese Gruppenfertigung zusammengefasst werden, wenn man es etwas weiter fasst, denn jede Gruppe kann sich innerhalb des Unternehmens auf einen Teil der App konzentrieren, sie müssen sich austauschen und auch wissen, wohin die Reise mit der App gehen soll, damit sich alles aufeinander abstimmen kann. Design, Funktion, Bewerbung, Kompatibilität.

Zusammenfassung

Die Gruppenfertigung ist vor allem für die menschlichen Mitarbeiter vorteilhafter und humaner als die Fließfertigung, da sie mehr gefordert werden, in die Abläufe eingebunden sind und auch Entscheidungen selbst treffen dürfen. Damit ist es ihnen möglich, sich sozial auch angesprochen und wertgeschätzt zu fühlen. Nachteilhafter ist aber, dass es nicht immer so effizient ist und die Auslastung nicht immer die ist, die sein könnte. Alles in allem aber wohl eine Weiterentwicklung der Fließarbeit, vor allem, wenn diese nicht immer gewünscht oder möglich ist, sollte das Produkt komplexer werden und mehr und mehr Arbeitsschritte und Gedanken erfordert, die vor Ort getroffen werden müssen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.