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Gewinnverteilung der OHG berechnen – Beispiele, Formel & Video

  • by Anatoli Bauer

Hier zeigen wir Euch, wie die Gewinnverteilung in einer OHG (Offene Handelsgesellschaft) berechnet wird. Gewöhnlich endet ein Geschäftsjahr am 31.12.

Wesensmerkmale einer OHG

  • Personengesellschaft
  • Gesellschafter:
    • mindestens 2 Gesellschafter
    • keine vorgeschriebene Maximalzahl der Gesellschafter
    • Gesellschafter können Personen oder Personengesellschafter sein (ausgenommen ist die GbR = Gesellschaft bürgerlichen Rechts)
    • volle unbeschränkte Haftung aller Gesellschafter (mit Privatvermögen)
  • Kapital:
    • keine Vorschrift des Mindestkapitals
    • Bareinlagen oder Sacheinlagen können im Gesellschaftsvertrag festgelegt werden
  • Gegenstand des Unternehmens:
    • Handelsgewerbe (jeder kaufmännische Gewerbebetrieb)
    • Rechtsgrundlage: §§ 105 – 160 HGB, ergänzend $$ 705 ff. BGB

Gewinnverteilung einer OHG

Wenn die Gesellschafter im Gesellschaftsvertrag keine anderen Aufteilungen des Gewinnes vereinbart haben, greift hier die gesetzliche Bestimmung.

  • gesetzliche Bestimmung:
    1. 4 % Zinsen auf die eigene Geldeinlage des einzelnen Gesellschafters
    2. Restbetrag wird durch Anzahl der Gesellschafter geteilt und jeder Gesellschafter beikommt den gleichen Teilbetrag (Aufteilung nach Köpfen)

Beispiel der Aufteilung des Gewinnes nach eigenen Gesellschaftsvertrag:

Eine OHG mit den Gesellschaftern A, B und C macht einen Gewinn von 50.000 €. Im Vertrag ist geregelt, dass zunächst A 15.000 € bekommt und der Rest wird unter den Inhabern nach dem Geld aufgeteilt, was diese in die OHG investiert haben:

  • A: 8000 € ; B: 5000 € ; C: 6500 €

Wie viel Geld bekommen A, B und C?

HIER gehts zu der Lösung der Aufabe

Beim Geld hört bekannter Weise die Freundschaft auf. Jérôme und Alex sind seit der Schulzeit befreundet. Sie verloren sich aus den Augen für ein paar Jahre und trafen zufällig wieder aufeinander. Schnell stellten sie fest, dass sie beide Ambitionen hegten sich selbständig zu machen. Der Vertrieb war ihr Steckenpferd. Kurzum wollten sie gemeinsam den Sprung wagen. Damit es keine Zwistigkeiten eines Tages gibt, wählten sie die Form der OHG. Zum Glück erwirtschafteten beide Gewinn. Eine Verlustverteilung musste somit nicht stattfinden.

Eine klare Linie von Anfang an

Die finanziellen Voraussetzungen für eine Einlage waren unterschiedlich. Jérôme war es möglich 200.000 Euro einzubringen und Alex konnte sogar 400.000 Euro leisten. Im ersten Geschäftsjahr konnten beide einen Gewinn von 150.000 Euro verbuchen. Nach den Richtlinien der HGB § 121 erhält nun Jérôme 8.000 Euro, somit 4 Prozent seiner Kapitalanlage und Alex 16.000 Euro. Er bekommt ebenso 4 Prozent seiner Kapitalanlage. Somit sind von 150.000 Euro Gewinn jetzt 24.000 Euro verteilt worden. Gesellschaften haben sie bis dato keine weiteren und somit wird der weitere Gewinn durch zwei geteilt. Somit bekommt jeder jeweils noch 63.000 Euro dazu. Ausgeschüttet wird der Gewinn auf das Kapitalkonto der jeweiligen Gesellschafter. Es handelt sich um sogenannte Unterkonten der Gesellschafter.

Es kann jedoch eine gesetzliche Sonderregelung greifen. Falls der Gewinn unter der 4 Prozent-Verteilung liegen würde. Somit würde mit einem niedrigeren Prozentsatz nach dem HGB § 121 Absatz 1 Satz 2 gerechnet werden. Beispielsweise könnten dann 2,5 Prozent angewandt werden. Bei etwaigen Verlusten greift die gesetzliche Verlustverteilung. Somit würden die aufgeteilten Verluste vom jeweiligen Kapitalkonto der Gesellschafter abgezogen. Die OHG ist somit die bessere Absicherung als die GbR, die Gesellschaft des Bürgerlichen Rechts. Die OHG bietet die Möglichkeit der Firmierung. Nachteilig ist jedoch, dass die OHG unter die persönliche Einkommenssteuer fällt, statt unter die Körperschaftssteuer.

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